Alltag | Baby 0-12 Monate | my2cents

Was ich nicht gedacht hätte und beim nächsten Kind anders machen werde/ würde…

Juli 29, 2015

Jetzt dürfen wir schon auf über 3 gemeinsame Monate mit unserem kleinen Sonnenschein zurückblicken und es kam schon der eine oder andere Moment, in dem ich mir dachte, das würde ich mit meinem jetzigen Wissen dann doch anders machen oder das hat mich jetzt doch überrascht.

– Kleidung besorgen
Ich hab viel zu viel Kleidung für den kleinen Mann daheim! Nicht nur, dass ich zu viel für ihn gekauft habe,  auch der Papa verfällt gelegentlich dem Kaufrausch und dann darf man nicht die ganze Verwandtschaft/ Freunde und Bekannte vergessen. Da kommen Mengen zusammen, die wohl kein Kind anziehen kann…
Auch hab ich immer wieder das falsche besorgt. In Annahme, dass mein armes Kind erfrieren könnte (selbstverständlich absolut realistisch bei aktuell ~30°C) hab ich Langarmbodys, Stramplerhosen, dicke Socken und natürlich auch gut gefütterte Jacken und Westen. Immerhin kann es ja sein, dass er bei den abendlichen 25°C einen Schüttelfrost bekommen könnte… *ironieoff* Um ehrlich zu sein, ist der kleine Mann aktuell nahezu nur im Adamskostüm, mehr braucht und will er nicht.

– Babyphone ist praktisch
Ich dachte eigentlich, dass der kleine Hase ohnedies immer bei uns sein wird und ich daher auch kein Babyphone brauchen werde. Was ich aber nicht bedacht habe, ist mein unerklärlich aufgetretenes Bewusstsein als Hausfrau. Und da Krümelchen leider nicht so gern im Babybay schläft, sofern es als Stubenwagen irgendwo anders als am Familienbett befetigt steht, konnte ich mir das also auch abschminken. Der kleine Mann schläft tagsüber also im großen Bett und ich schurle durch die Wohnung, ja da ist ein Babyphone dann doch ganz praktisch 😉

– Schnuller sind okay
Zunächst waren wir ja eigentlich Schnullergegner, später dann aus Unsicherheit Schnullerfreunde und jetzt ist es eine entspannte und abwechselnde Beziehung zu dem Plastikteil 😉 Krümelchen nutzt Schnuller kaum noch, ich würd schätzen mit Glück ca. 1 Mal pro Woche. Aber wir sind trotzdem froh, dass wir einen haben, er bietet uns Erleichterung und Entspannung im Alltag und wenn wir gechillt sind, ist es Krümelchen auch 😉

– Kinder bespaßen macht Spaß
Das hat mir so manches Kopfzerbrechen beschehrt, denn ich konnte mir nicht vorstellen, regelemäßig mit meinem Kind zu spielen. Daher hab ich einiges an Babybspielzeug besorgt, damit auch ja keine Langeweile aufkommen kann. Diese Hilfsmittel sind zwar nett, aber wir nutzen sie eigentlich höchstens zu 1-2 Spielphasen pro Tag. Ansonsten reiche ich Krümelchen als Spielpartner komplett. Wir spielen Blödelspiele, Fingerspiele, Kuschelspiele, Körperspiele oder albern einfach mal so rum.

– Kräutertees schmecken
In meinen ersten 29 Lebensjahren hab ich unter „Tee“ nur Früchtetee verstanden. Schwarzer Tee hat mich zum Aufstoßen gebracht (immer noch übrigens) und allein beim Geruch von Kamillentee wird mir schlecht. Die Schwangerschaft hat mich dazu gebracht, den einen oder anderen Stilltee (und damit Kräutertee) zu trinken. Und gegen Ende der SS hab ich mich auch durch die Himbeerblätterteezeit gezwungen. Was ich aber bei der ganzen Prozedur nicht bedacht habe: Je häufiger ich diese Tees trinke, desto mehr hab ich mich daran gewöhnt und inzwischen sogar lieben gelernt. Inzwischen trinke ich jeden Tag ca. 1,5L Kräutertee, je nach Lust und Laune, meist aber was mit Fenchel.

– Man gewöhnt sich an Milchpumpen
Also ernsthaft, das erste Mal die Milchpumpe angelegt, fühlte ich mich wie eine Kuh… es hatte was erniedrigendes, degradierendes… ich fühlte mich total unwohl. Dazu kam, dass ich (wahrscheinlich eh wegen der Gefühlslage) kaum Milch rausbekommen hab, was mich nur noch mehr verzweifeln lassen hat. Immerhin wollte ich Krümelchen ja lange stillen und das auch während ich wieder arbeiten gehe. So konnte ich das aber definitiv nicht. Ehrlich gesagt hab ich erst mit den Stillberaterinnen und Hebammen in meinem Krankenhaus gelernt, ganz anders an die Sache heranzugehen. Inzwischen ist es einfach ein notwendiges Übel geworden, bei dem der Kosten-Nutzen-Faktor eindeutig in den Nutzen ausschlägt. Also hab ich mit Papas Hilfe einfach versucht, mir das Leben so einfach wie möglich zu gestalten. Dabei hilft mir definitiv meine elektronische Doppelpumpe und seit dem HalteBH dazu, kann ich nebenher sogar noch was sinnvolles machen und bin nicht komplett eingeschränkt.

– Ich brauche meine Zeit und sie steht mir zu!
Ich hatte niemals den Anspruch eine Hypermami zu sein, aber als es zu den ersten Situationen kam, an denen ich mir einfach nur mal 10 Minuten Ruhe für eine ordentliche Dusche oder einen Kaffee in Ruhe gewunschen hab, konnte ich es einfach nicht. Der Kleine schlief oder wurde vom Papa bespielt, alles war in Ordnung, er brauchte mich in den Momenten absolut nicht, aber trotzdem hatte ich ein so schlechtes Gewissen, dass ich total unnötigerweise einfach neben ihm sitzen blieb. Fürs nächste Kind ist also geplant: Ich erlaube mir selber von Anfang an kleine Auszeiten vom Mamisein, in denen ich einfach nur Ich selbst bin – Felizeit also 😉 Da hupfe ich singend und tanzend im Bad herum, während ich mir eine Wanne Schaumbad einlasse oder so wie neulich gönne ich mir einfach mal wieder eine Massage, wie damals in der Schwangerschaft. Ich sags euch, so eine Stunde total verwöhnt werden und den Kopf frei zu bekommen, ist ein Segen und schafft so viel Energie und Kraft, die dann wieder sinnvoll mit dem Baby verbracht werden kann!

– Der Kinderwagen ist sinnlos
Zwar hab ichs mir in der SS eh auch schon gedacht, hab mich dann aber doch hinreissen lassen. GsD haben wir ein echtes Schnäppchen second hand ergattert, ich würde mir ansonsten jetzt in den A**** beißen. Benutzt haben wir den Kinderwagen jetzt glaub ich ca. 7 Mal. Davon war er nur 2 Mal ruhig im Wagen und das auch nur zeitlich seeeehr begrenzt.  Selbst bei Feierlichkeiten, wie Taufen und Hochzeiten haben wir ihn schlussendlich doch wieder im Tragetuch gehabt, es ist einfach viel zu unpraktisch dieses Ungetüm irgendwo hinzubekommen. (Wäre übrigens einige Wochen schon allein wegen der Baustelle direkt vor unserer Haustür nicht möglich gewesen)

– Pläne sind für Stresser 😉
Mein Sohn hat mich eines ganz stark gelehrt: Erwarte IMMER das Unerwartete 😉 Es gibt Tage, an denen brauchen wir sage und schreibe 1 (in Worten EINE!) Stunde, um uns fertig zu machen, denn auf einmal möchte er 3mal Stillen, 2 Mal abgehalten werden und kotzt sich dann auch noch nebenbei von oben bis unten voll 😉 Als vorrausschauende Mami plane ich also fürs nächste Mal diese besagte Stunde ein und was passiert? Er trinkt nur 5 Minuten, abhalten, anziehen und umbinden dauert insgesamt nur 10 Minuten und dann steh ich da… und bin 45 Minuten zu früh dran *lach* Also hab ich mir jetzt angewöhnt, ein Mittelmaß an Zeit zu nehmen und wenn ich zu früh dran bin, dann geh ich halt bevor mein zug kommt noch etwas spazieren und wenn ich zu spät bin, na dann ist das halt so! Ich hab ein Baby und der hat keinen Schimmer von der Uhrzeit 😉

– Naturnah ist großartig! Er profitiert und wir können faul sein 😉
Zum Thema Naturnah/ artgerecht möcht ich noch was extra schreiben, aber hier mal kurz angerissen: Ich gebe gern und auch öffentlich zu, dass unsere Faulheit mit ein Grund für unsere naturnahe Linie war. Selbstvertsändlich steht bei der natürlichen Säuglingspflege, wies ja auch genannt wird das Wohlergehen des Kindes und die Kommunikation mit ihm im Vordergrund, aber ein paar gewisse Bequemlichkeiten lassen sich einfach nicht abstreiten 😉
Familienbett: Nachts kann ich einfach durchschlafen, während der kleine Hase teilweise stündlich andockt! Ergebnis: Mami schläft gut und gern 8 Stunden oder sogar mehr 😉
Bei Bedarf Stillen: Keine Planen, kein Organisieren, kein Stressen, wann immer er verlangt lass ich ihn andocken oder geb ihm ein Fläschchen MuMi. Ergebnis: Ein zufriedenes und gesättigtes Baby 😉
Windelfrei: Kein großartiges Rumschleppen tausender Utensilien, die groß und breit in einem extra vorher gesuchten Wickelraum ausgebreitet werden müssen, gefolgt von einem minutenlangen Säubern der Katastrophe in der Windel. Stattdessen Kleidung runter, egal wo wir sind, ein Klo oder Plätzchen findet sich immer, „Lass laufen“ gesagt (oh Mann, wir hätten uns wirklich einen besseren Schlüssellaut überlegen sollen…), mit einem Wisch mit dem Waschlappen zwischen den Pobacken wie bei uns Erwachsenen sauber gemacht, wieder angezogen, fertig. Ergebnis: Schnell, unkompliziert und nicht so viel Dreck 😉
Tragetuch: Da brauch ich glaub ich eh nicht so viel erwähnen, es ist einfach toll, sein Kind direkt bei sich zu haben, sofort zu registrieren, wenn es eine Regung oder einen minimalen Laut von sich gibt und dann zeitnah reagieren zu können. Es herrscht ständiger Körperkontakt und jederzeit Augenkontakt und Ansprache, wenn er es braucht. Ergebnis: Er muss nicht erst minutenlang klamheimlich und leise um meine Aufmerksamkeit betteln, bevor ich beim ersten verzweifelten Schrei reagiere.
BLW: Betreiben wir zwar noch nicht, aber anstatt jeden Tag selbst für das Kind ausgewogene Breie zu kochen (oder kaufen), die dann doch wieder einzeln von einem Erwachsenen gefüttert werden müssen, bekommt unser kleiner Schatz einfach das von unserem Essen, was er auch verträgt und zwar in Ursprungsform. Dann kann er die Nahrung erforschen, kennenlernen, die Beschaffenheit mit Händen, Mund, Zähnen und meinetwegen auch Füßen kennenlernen und sich geschmacklich durchkosten, während wir zeitgleich mit ihm am Tisch sitzen und unser eigenes Essen genießen können. Aufwaschen muss ich nachher sowieso 😉 Ergebnis: Er lernt gleich unterschiedliche Beschaffenheiten kennen und kann von Anfang an wortwörtlich „begreifen“ wie sich welches Lebensmittel anfühlt.

Es gibt bestimmt noch mehr Dinge, die die ich beim nächsten Kind anders machen werde oder die ich anders angehen werde, ich lerne dank meines Sohnes wirklich jeden Tag mehr über mich selber, ihn, unsere Beziehung und auch über unsere Beziehung zu dritt als kleine Familie 😉

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