Alltag

Was ich gerade lese

September 23, 2015

Auch wenn ich vieles nach Gefühl handhabe, bin ich doch immer wieder froh, zu meinem Konzept passende Literatur zu finden. In den letzten Wochen hat sich meine Sammlung an wirklich empfehlenswerten Büchern um einiges erweitert und ich wollte euch mal kurz über die Bücher berichten, die ich aktuell lese. Leider lese ich nur selten an einem Buch, meist les ich querbeet mehrere und springe immer wieder kapitelweise herum. Daher fällt es mir nicht so leicht, genaue Aussagen über Bücher zu machen, aber ich werd mich bemühen 😉


John Bradshaw: Das Kind in uns
Ein interessanter Blick auf meine Vergangenheit. Aktuell ein ziemlich harter Tobak, es bringt zum Nachdenken und hilft dabei, sich selbst ein wenig zu analysieren und zu verstehen. Das ist aber definitiv kein Buch für einen gemütlichen Sonntagnachmittag. Ich lese es nur häppchenweise und denke dann meist viele Tage darüber nach.

Herbert Renz-Polster: Menschenkinder
Aktuell eigentlich mein Lieblingsbuch. Eigentlich von einem Kinderarzt geschrieben mit einer ehrlichen und sehr leicht geschrieben Art, das Wesen des Kindes nicht zu vergessen. Dabei urteilt der Autor kaum (eigentlich nur sehr subtil) und gibt vielmehr Denkanstösse, die den Leser selbst auf das Ergebnis kommen lassen. Tendenz sehr antropologisch und ursprünglich, ganz meine Linie 😉

Lini Lindmayers: Windelfrei? So gehts!
Das war das erste Buch zum Thema bedürfnisorientierte Erziehung und klangt zu Beginn für mich ein wenig skuril und abgehoben. Je mehr ich aber mit der Thematik zu tun habe, desto vertrauter und logischer liest es sich. Für windelfrei-anfänger definitiv ein heißer Tipp. Sehr angenehm empfinde ich auch die vielen Kommentare von Lesern, das gibt dem ganzen einen sehr praktischen Touch und anhand vieler konkreter Beispiele lässt sich das Konzept der natürlichen Säuglingspflege auch sehr praxisnah verstehen.

Loretta Stern: Einmal breifrei, bitte!
Der Klassiker unter den deutschen Breifrei-büchern. Es ist angenehm geschrieben und erkärt vieles logisch. Ein wenig stört mich die tadelnde Ader, es wirkt, als hätte die Autorin das Prinzip mit dem Löffel gegessen und als wäre es für sie von Anbeginn  leicht gewesen. Das hebt sie ein wenig vom Leser ab, der ja doch meist von der Breifront kommt und gerade einen sensiblen und vorsichtigen Wechsel wagt. Wer sich das aber ncith zu Herzen nimmt, ist bei diesem Buch gut aufgehoben.

Loretta Stein: Breifrei! Kochbuch
Der Nachfolger des ersten Buches. Ich muss gestehen, das Buch hat mich dann doch eher etwas enttäuscht, die Erklärungen vorab sind sehr straff zusammengefasst, mehrfach wird darauf hingewiesen, man möge sich doch für die Theorie das Vorgängerbuch kaufen. Erwartet hab ich mir dann eine kreative Sammlung an Rezepten, wurde dann aber doch ein wenig enttäuscht. Die Rezepte sind nett, aber keinesfalls ausgefallen. Beim tagtäglichen Kochen kommt man selber drauf, Haferbrei, Palatschinken und Co zu machen. Und weiß man erst, dass auf Salz/ Zucker, /honig/ Nüsse etc. verzichtet werden soll, ist es ein leichtes von alleine auf diese Rezepte zu kommen. An sich ist es aber sicherlich ein hilfreiches Buch, besonders für Kochanfänger oder sehr verunsicherte BLW-Starter.

Jesper Juul: Dein kompetentes Kind
Wunderbares Buch, das aufzeigt, wie großartig doch schon unsere Kleinsten sind. Ohne Stress und ohne Druck an das Wunder Leben und Heranwachsen heranzugehen kann Spaß machen und Erstaunen. Ich bin noch nicht sehr weit mit dem Buch, aber was ich bisher gelesen habe, gefällt mir schon sehr gut.

Nicola Schmidt: Mut
Das Buch muss ich gestehen hab ich nur kurz überflogen. Es bezieht sich zwar auf Kinder allgemein, aber der Fokus liegt über 1 Jahr, daher ist es für mich noch nicht so relevant. Da ich aber die Autorin gerne lese (u.A. Blog: 1.2.3 windelfrei) denke ich, dass das Buch auch gut in mein antropologisches Kindesbild passt.

Gill Rapley: Baby-led weaning
Das BLW Buch schlechthin! Besonders empfehle ich die ersten Kapitel sich zu Herzen zu nehmen, egal ob Brei oder BLW praktiziert wird, denn dort wird geschichtlich erklärt, wie es zu so vielen Missverständnissen kommen konnte. Warum auf einmal mit 3-4 Monaten bei so vielen Müttern die Milch ausbleibt, warum Kinderärzte auf Beikost drängen, woher der Gedanke kommt, Muttermilch würde schon nach ein paar Wochen nicht mehr ausreichen usw. Herrlich geschrieben und es öffnet wirklich Augen. Wer danach noch Brei füttern will, wird es sicherlich wesentlich kinderbestimmter gestalten, wenn er nicht ohnedies zurück zur Milch geht und das Kind selbst seine Beikosteinführung übernehmen lassen wird 😉

Carola Eder: Auf den Spuren des Glücks
Das Kontinuum-Konzept ist im Grunde artgerecht/ bedürfnisorientiert/… nur halt mal wieder ein anderer Name 😉 Es geht um getragene, familiengebettete, lang vollgestillte Kinder, die windelfrei und mit BLW groß werden. Und das ganze halt nicht in de Vergangenheit oder einem Naturvolk, sondern in der westlichen Industriewelt – klar, dass mir das Buch gefällt 😉

Laurie Boucke: Topffit!
In dieses Buch hab ich bisher nur reingeschmökert. Es scheint ähnlich Lini Lindmayers: Windelfrei? So gehts! zu sein, es geht um natürliche Säuglingspflege und gibt auch raktische Tipps zur konkreten Umsetzung. Ich freu mich schon auf weitere Lesestunden. 

Aletha j- Solter: Spielen schafft Nähe – Nähe löst Konflikte
Das Buch war mir sehr wichtig, weil ich immer wieder auf der Suche nach Spieleanregungen bin. Durch meinen Beruf hab ich so viele Spiele theoretisch gelernt und on den letzten 15 Jahren auch durchgeführt, aber eine richtige Sammlung derer hab ich mir nie zugelegt. Und da ich bei mir selber leider erkennen muss, dass meine Spiele sich immer wieder mal reduzieren, wollte ich niedergeschriebene Gedanken dazu haben – nur, um meine Erinnerungen aufzufrischen, meine Gedanken und Erfahrungen zu ordnen und um unser Spiel wiede vielfältiger zu gestalten.

Alfie Kohn: Der Mythos des verwöhnten Kindes
Wieso reden wir von einem verwöhnten Baby, wenn es nach Liebe schreit? Will uns ein hungriges Baby wirklich zur Weißglut treiben, wenn es ruft? Nein natürlich nicht, aber es ist heute der gute Ton, ein stilles Baby zu haben, das alles annimmt, was man ihm vorsetzt. Wunderbar geschrieben und angenehm gesellschaftskritisch. Ich bin noch nicht durch, aber es findet bisher meine absolute Zustimmung. 

Carlos Gonzales: Mein Kind will nicht essen: Ein Löffelchen für Mama
Jede einzelne Mutter, die je auch nur ein Problem mit ihrem Kind beim Essen hat, sollte dieses Buch lesen. Absolute Pflichtlektüre, die den Leser gleich mal wesentlich entspannter an die große Thematik „Essen“ angehen lässt. Kinder wissen mehr, als wir ihnen zutrauen. Nein – Kinder wissen sogar noch mehr, sie wissen nämlich mehr als wir, was das Thema Essen betrifft. So individuell jedes Kind ist, so individuell ist auch sein Verhältnis zum Essen und es steht uns Eltern in keinster Weise zu, darüber zu herschen. Ich liebe dieses Buch, es hat mich von Grund auf entspannt und ich sehe jetzt viel lockerer und entspannter 😉

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