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Verwöhnen

Mai 29, 2015

Kaum zu glauben, aber es gibt tatsächlich immer noch Menschen, die der Überzeugung sind, dass es möglich sei, so junge Babys zu verwöhnen. Dabei sind Gedankengänge, die über das „ich brauche“ hinausgehen für ein Baby in diesem Alter noch gar nicht möglich. Alles, was das Neugeborene haben möchte, braucht es auch und somit ist jedes Verlangen nicht auf einen persönlichen Wunsch, sondern auf ein dringendes Bedürfnis zurück zu führen. Abgesehen von Schmerzen dreht sich bei einem weinenen Baby im Grunde alles um Hunger/ Durst, Sauberkeit (Ausscheidungsdrang bzw. volle Windel) und Liebe. Ich würd jetzt mal sagen, der Großteil jedes Quängeln und Weinen ist mit der Befriedigung dieser 3 Grundkomponenten erledigt.Wie kann man da dann von Verwöhnen sprechen, wenn es doch eigentlich nur eine Bedürfnisbefriedigung ist.

Wenn es nach manchen Stimmen geht, verwöhne ich mein Kind. Er darf bei uns im Bett liegen und ja, manchmal hat er Einschlafschwierigkeiten, wenn er so „alleine“ zwischen uns liegt. Gerade wenn der Tag besonders aufregend war oder der Bauch zwickt, dann schläft er einfach lieber auf uns ein. Dann darf er das auch!
Und auch wenn ich mich natürlich über geregelte Mahlzeiten freuen würde (schon alleine der Planbarkeit wegen) lege ich ihn jedes einzelne Mal an, sobald er es möchte. Ja, das kann dann schon mal 15 Minuten nach der letzten vorangegangenen Mahlzeit sein. Und nicht nur das, oftmals will er einfach nur so herumnuckeln, um sich selbst zu beruhigen oder ein paar wenige Schlucke zu nehmen. Dank meines Apps, das ich mehr oder weniger genau führe, weiß ich, dass es auch Tage gibt, an denen ich ihn mehr als 20 Mal pro Tag anlege, aber solang der kleine Hase das so möchte, bekommt er es auch.
Und so geht es eigentlich den ganzen Tag: Krümelchen schaut gerne durch Vorhänge, besonders, wenn dahinter Lichtspiele stattfinden, z.B. Sonne/ Schatten. Also stehe ich da schon mal eine halbe Stunde rum und schau mit ihm durch einen Vorhang.
Ach ja, mein Kind muss noch lange nicht lernen, sich alleine zu beschäftigen, ich spiele gerne mit ihm und staune jeden Tag aufs neue 20 Minuten lang, dass der Ball am Active Bogen sich bewegen kann.
Und jedes Mal, wenn er weint, bekommt er auf der Stelle Körperkontakt, denn das ist immer das erste, was ich ihm signalisieren möchte: Wenn du uns brauchst, sind wir für dich da.
Die ersten Wochen/ Monate sind so unendlich wichtig für das Urvertrauen und die zukünftige Bindungsfähigkeit, da ist mir lieber, man unterstellt mir, ich würde mein Kind verwöhnen, als, dass es sich in dieser Zeit „verlassen“ fühlt.

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