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Urban gardening – wie wir mit wenig Platz Balkongarteln

Februar 23, 2018
Urban Gardening

Ich bin: Der Tod einer jeden Pflanze

Als ich noch daheim gewohnt habe, hatten wir Zugang zu einem kleinen Hinterhofgarten, der ganz versteckt nur von uns genutzt wurde und so haben wir uns damals, mit Erlaubnis der anderen Bewohner, komplett ausgetobt, was das Anpflanzen so hergab. Erdbeeren, Walderdbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren, diverse Kräuter, Karotten, Gurken, Radieschen und sogar eigens angepflanzte Zitonenbäume! Dass wir 10 Jahre später eigens angezogene Zitronen von einem 2 Meter hohen Baum ernten werden, hat sich unsere Kindergartenpädagogin anno 1989 bei dem kleinen Gartenprojekt sicherlich nicht vorstellen können 😉

Eigenheim ohne Eigenanbau

Mein Auszug als Erwachsene zeigte dann aber das, was ich ehrlich gesagt in mir eh schon immer wusste: Der grüne Daumen der Familie lag eher bei meiner Mutter und meiner Schwester… meine eigenen Pflanzen, naja, sie wuchsen eher knusprig… das heißt sofern sie den Weg zur Kassa mit mir überhaupt überlebt haben… Stolz hielt ich also zwei Plastikpflanzen neben doch recht gut wuchernder Katzenminze und Katzengras… wenigstens hatten meine Katzen was davon 😉

Planänderung 2017

Ich war jetzt Mutter und sowohl Krümelchen als auch Miniknübsi aßen unheimlich gerne die Früchte aus Omis Hinterhofgarten. Dieses Erlebnis, gemeinsam Saaten einzupflanzen, sich täglich mit Gießen und Unkraut jäten um diese Pflänzchen zu kümmern, bis man schlussendlich stolz wortwörtlich die Früchte der eigenen Arbeit abernten kann, das ist schon etwas unbeschreiblich Elementares. Ich glaub, der Knackpunkt war dann aber die dahinsiechende Erbsenpflanze, die ich bei einem Einkauf entdeckte. 50Cent und mehr tot als lebendig… pf, was hatte ich zu verlieren?

Danke Pinterest

Auf der Suche nach der geeigneten Pflege für sterbende Erbsenpflanzen hat Pinterest dann in mir die Lust an urban gardening geweckt. Urban gardening, ein schicker Ausdruck für Gärtnern in der Stadt, bzw. für die meisten Städter bedeutet das Balkongarteln. Und so hab ich noch ein paar krepierende Pflanzen in diversen Baumärkten um ein paar Cent zusammengesammelt und hab mich dann mit meiner Beute an die eigentliche Pflege gemacht.

Das Pflanzenkisterl aus der Palette

Wer kennt sie nicht: Die Palette umfunktioniert als Pflanzenkästen und auch wir dachten uns machma! Blöd nur, dass wir echt einen kleinen Balkon hatten und ich echt viele sterbende Pflanzen mitgenommen hab… da war wohl mein Mitleid größer als mein Balkon ^^ Also mussten wir umdisponieren: Ein Plan musste her! Also so richtig mit Überlegen und Organisieren und Recherchieren und so 😉 Nix mehr mit Kopf über reinstürzen 😉 Wir vermaßen den Balkon und überlegten wo wir wie möglichst viele meiner geretteten Kümmerlinge unterbringen könnten. Außerdem planten wir einen entscheidenden Faktor ein: Ich bin der Tod einer jeden Pflanze! Also mussten spezielle Töpfe her, solche, die eine dauerhafte Wasserversorgung gewährleisten, ohne alles ersaufen zu lassen.

Mit Schande erinnere ich mich an den Kaktus, der laut meiner Tante nicht umgebracht werden konnte… Die eine Hälfte schimmelte, während die andere Hälfte vertrocknete…

 

Ecktöpfe urban gardening
Spezielle Töpfe, die an Pfosten montiert werden können. So können wir in die Höhe arbeiten.

Außerdem bekam ich von meiner Mama Töpfe, die dank einer speziellen Form direkt an unsere Pfosten vom Katzengitter angebracht werden konnten. So konnten wir in die Höhe arbeiten. Für das Hauptbeet brauchten wir ein paar Holzbretter hier, etwas Lack da, ein Pflanzengitter und natürlich die super Töpfe, die die ganze Arbeit für mich übernahmen und schon wir hatten einen wundervollen kleinen Balkongarten. Erbsen, Himbeeren, irgendeine ominöre Kürbisart, Gurken, Kohlrabi, Brokkoli, Pastinaken, Karotten, Basilikum, Kresse, Erdbeeren, Paradeiser und für die Mietzen ganz unten noch Katzenminze und Katzengras war dann das Ergebnis unseres Experiments. Außerdem gesellte sich im Laufe der Zeit eine Sonnenblume hinzu, die scheinbar über Vogelfutter zu uns fand 😉 Zusammen mit einem Tisch & zwei Sesseln hatte daneben sogar noch ein Planschbecken auf unserem Balkon Platz und das bei sage und schreibe 5m²!

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Und was hält 2018 für uns bereit?

Um ehrlich zu sein war dieses Jahr bisher eine einzige Katastrophe und so hab ich mir bisher kaum Gedanken um den Balkongarten gemacht. Über Instagram wurde ich aber auf #gartenscherebirdie aufmerksam und hab mich spontan dazu entschlossen, da mitzumachen. Aktuell haben wir erstmal die ersten Saaten eingepflanzt, was halt so Mitte Februar schon geht. Etwas Mangold, Zuchini, Radieschen, Paradeiser, Karotten, Paprika, Kohlsprossen… ohje, ich merk schon… das wird wohl wieder so ein chaotischer Start in die Gartensaison 😉 Mal schaun, was die heurige Saison für uns bereit hält 😉 Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden, was wir auf 5m² neben Sitzgelegenheit und Planschbecken so alles ernten werden 😉

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