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Unser Weg zum Windelfrei

Mai 16, 2015

„Windelfrei hat nicht als Ziel, dass das Kind keine Windel mehr braucht. Vielmehr steht die Kommunikation mit dem Kind im Mittelpunkt. Sinn dahinter ist, das Kind besser zu verstehen und es in seiner Sprache anzuerkennen und zu respektieren.“
Das ungefähr ist so der Tenor, den ich bisher immer beim theoretischen Einlesen der Thematik mitbekommen habe. Doch was bedeutet das jetzt konkret? Aussagen, wie „Kind lesen lernen“ „Zeichen und Signale deuten“ „dem Kind entsprechend handeln“ sind zwar am Papier sehr kraftvoll, aber mal ehrlich, so richtig kann man sich da nichts drunter vorstellen.

Daher wollte ich euch hier mal meinen konkreten bisherigen Verlauf berichten. Wir haben uns dabei an keine Regeln gehalten, sondern einfach versucht, mit Logik und viel Beobachten so zu agieren, wie es für uns richtig und passend erschien.

Die letzten Wochen waren so aufregend, dass wir irgendwie total auf windelfrei vergessen haben, nicht zuletzt weil wir wirklich von einer Krankheit in die nächste geschlittert sind… (Ich hab ja noch gar nicht erwähnt, dass ich seit Mittwoch einseitig taub bin und aus dem Ohr blute – danke Mittelohrentzündung)
Doch gerade in de zweiten und dritten Woche hat sich so eindeutig gezeigt, wann Krümelchen sein Geschäft in die Windel erledigt, dass wir es dann doch ernsthaft angehen wollten.
1. Schritt war für uns mal konkret bemerken, also auch aussprechen und dem Partner sagen, woran man denn nun erkennt, dass Krümelchen sich erleichtert. Natürlich war das zunächst ein einfaches: „Er zieht das Gesicht zusammen, ich glaub da könnt was ko… oh ja er knattert grad in die Hose“ Etwas später dann schon die Erkenntnis: Meist knattert der kleine Hase während des Stillens bzw. Fläschchens. Also mal genau beobachtet und doch, es war dann schon etwas leichter, das Ereignis ein paar Sekunden vorraus zu sagen.
2. Schritt war dann eigentlich ziemlich leicht, denn Krümelchen ist ein leidenschaftlicher Freiluftpinkler. Was sich damals schon leise angedeutet hat: Sobald unten rum ein Lüftchen ran kommen kann, erleichtert sich der kleine Mann. Also haben wir das dann mal mit einem Versuch gestartet:
Schritt 3: Wickeln mit dem Abhalten kombinieren. Konkret haben wir also alles unten rum ausgezogen, die Windel aber noch anbelassen. Dann hat sich einer von uns bequem an eine Kante hingesetzt oder -gestellt, sodass Krümelchen in der Abhalteposition (1. von dieser Seite) über einen Putzeimer gehalten werden konnte. Der andere hat daraufhin die Windel abgenommen und dann hieß es warten. Zwar haben wir es auch mit einem Signal überlegt, aber leider konnten wir uns auf keines einigen (böööser Fehler, das sollte man unbedingt vorher klären 😉 ) Daher sind wir im Moment noch bei Lass laufen *lach* Erstaunlicherweise findet Krümelchen diese Position anscheinend sehr angenehm, um das Geschäft zu erledigen, denn er beginnt dann relativ bald (übrigens schon beim 2. Versuch!) zu drücken und kurz darauf fließts schon in den Kübel.
Schritt 4 war dann praktisch die Erweiterung unserer bisherigen Erkenntnisse: Meist läuft es beim Knattern nämlich so ab: Krümelchen wird gestillt/ bekommt das Fläschchen, und nach einigen Minuten schon beginnen die Grimmassen und er setzt immer wieder ab. In den nächsten ~2 Minuten knattert er dann in die Windel. Und da setzen wir an: Wenn er beim Trinken absetzt und mit den Grimassen anfängt, halten wir ihn einfach schnell ab. Der kleine Mann drückt dann ganz fleißig und schon wird mal eben einfach in den Kübel geknattert 😉 Nach dem Säubern mit dem Waschlappen (was er übrigens schon als Ende dieser Szenerie anerkannt hat) wird einfach weiter gestillt, bis er meist einschläft 😉

Stolz können wir nun verkünden: Obwohl Krümelchen noch keine 4 Wochen alt ist haben wir schon so einige Geschäfte in den Kübel abgegeben und uns damit wunden Po, dreckige Windeln und damit Müll und einige Waschmaschinenladungen erspart.
Und jetzt kommt das große ABER: Denn selbstverständlich sind wir noch weit davon entfernt, wirklich jedes Mal richtig zu reagieren (bzw. ist das ja auch nciht unser Ziel) und so geht auch noch ganz viel in die Windeln. Daher wird Krümelchen auch noch gewickelt, wozu wir zum einen unsere Stoffwindeln benutzen, zwischendurch aber auch die geschenkten Wegwerfwindeln. (Wir haben übrigens leider schon die erste negative Erfahrung mit einer Wegwerfwindel gehabt: Nach nur ~2,5 Stunden einer bestimmten Marke hatte Krümelchen einen knütschroten und wunden Po, der sogar noch 2 Tage später gerötet war… Ratet mal, womit es besser wurde: Richtig, Mit Muttermilch eintupfen hat prima geholfen ^^)

edit: das Schreiben dieses Beitrags hat mich selbst motiviert, weiter experimentierfreudig Situationen angepasst Neues zu versucen, was zu einem ganz unvorhersehbaren Verlauf geführt hat. Da Krümelchen kurz nach onlinestellen dieses Beitrags aufgewacht ist, hab ich beschlossen, diese Situation zu nutzen. So hab ich ihn erstmals im Stehen über dem Waschbecken abgehalten. Leider fand der kleine Hase das selten besuchte Badezimmer so interessant, dass er zunächst zu sehr abgelenkt war 😉 Noch während er das Gesicht fürs Pinkeln machte, sah er aber etwas Vertrautes: seine Milchbar 😉 Und auf einmal war das viel interessanter 😉 Eine Umdrehung, eine leichte Verrenkung von mir und schon war er angedockt 😉 Das ganze ließ ihn dann so entspannen, dass er schlussendlich während des Trinkens ins Waschbecken pinkelte 😉 War nicht so geplant – ist aber super gelaufen ^^

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