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Trow back: Ich hatte eine Eileiterschwangerschaft Teil 1

April 27, 2016

Lang hab ich überlegt, ob ich das hier offen legen will. Seit fast 2 Monaten schreib ich nun schon dran. Der Schritt, sich bei so einer intimen Sache zu outen ist schwer, aber alle meine behandelnden Ärzte haben mich in einer Sache bestätigt: Es passiert viel öfters, als wir denken! Dank Selbsthilfegruppen und Betroffene hab ich erst erfahren, wie oft es eigentlich passiert und ich will, dass alle Frauen, egal ob bisher kinderlos oder mit einer kleinen Meute das hier lesen können: Nur ein Teil von erfolgreich befruchteten Eiern wird tatsächlich eine normale Regelschwangerschaft! Es gibt unzählige Gründe für frühe Aborte, Fehlgeburten oder falsch eingenistete Föten! Eine davon ist die Eileiterschwangerschaft und das hier ist meine Geschichte…


5.3.2016 Die letzten Tage und Wochen ist viel passiert und ich hatte kaum die Möglichkeit, es zu verarbeiten. Daher hab ich mich entschlossen, meine kurzen Kalendernotizen zusammen zu fassen und mal alles beisammen aufgelistet zu haben.

Vor mehreren Tagen hatte ich nachts im rechten Unterleib ein Stechen. Meist spüre ich so den Eisprung, also den sogenannten Mittelschmerz. Es wäre zwar etwas spät für diesen Zyklus, könnte aber von der Lokalität her passen. Das ist das erste Monat, in dem wir nicht mehr verhüten. Zwar gibt es keinen Zeitplan, aber wir leben grad so nach dem Motto „Wenns passiert – passierts“. Dank Endometriose erwarten wir uns die nächsten Monate noch nichts, auch wenn ich mir sicherheitshalber schon mal Schwangerschaftstests besorgt hab – die halten eh bis 2018, also ist nix vergeudet.

2,5 Tage später dann fiese Krämpfe und Ziehen im Unterleib. Zeitlich könnte es passen, ich rechnete daher eigentlich mit Regelschmerzen und erwartete meine Periode an den nächsten Tagen. Doch die blieb aus.

Am nächsten Tag ist mir irgendwie übel, ich bin hundemüde und auch ein wenig schlechter gelaunt. Ich merke, dass meine Geduld nicht mehr so belastbar ist. Das geht auch die nächsten Tage so und immer wieder Ziehen im Unterleib. Zudem merke ich, dass meine Milch auf einmal zurück geht. Ich schreibe das meiner Unentspanntheit und dem Stress zu und versuche mit Massagen, zusätzlichen Pumpen und Wärme etwas nachzuhelfen. Aber die Milch wird immer weniger – wir müssen also auf den tiefgefrorenen Vorrat zurückgreifen.

Das Ziehen im Unterleib ist schwallartig, kommt und geht, ist manchmal echt schlimm, manchmal ziemlich harmlos. Dann Anfang März plötzlich ein Schreck: Beim Umdrehen im Bett ein extrem fieser Stich genau dort, wo ich Ende der letzten SS die Symphysenlockerung hatte. Mir kam das schon sehr komisch vor. Wie kann ich Symphysenschmerzen einfach so haben? Die nächsten Stunden kann ich mich auch nicht wirklich bewegen, am nächsten Morgen ist der ganze Spuk vorbei.

Nachdem mich mein Liebster drauf anspricht, fang ich mal an zu rechnen. Obwohl meine Periode seit der Geburt zwischen 28-31 Tagen schwankt, bin ich auf jeden Fall schon überfällig. Rein rechnerisch ist die Chance einer Schwangerschaft eher gering. Aber theoretisch ist es natürlich möglich. Auch diverse Symptome können theoretisch dazu passen. Können, müssen aber nicht.

Da bei meiner letzten Schwangerschaft der HCG-Wert erst sehr spät und dann auch sehr gering angestiegen ist, dachte ich mir, ich werde noch ein wenig mit dem Testen warten. Außerdem ist gleich Freitag, ich hab noch viel zu erledigen und zu planen, immerhin stehen Urlaub und Geburtstag vor der Türe. Also verschiebe ich das Testen mal gedanklich auf nächste Woche.

Am Folgetag aber hab ich schwallartige Krämpfe, immer wieder ein Stechen im Unterleib und fieses Ziehen. So ganz gefällt mir das nicht. Immerhin hab ich mit Leistenbruch, Eierstockverschiebung, Endometriose, Symphysenlockerung und Kaiserschnitt genug Gründe, ein wenig auf meinen Körper zu hören, wenn er da im Unterleib Alarm schlägt. Blöderweise hat kein Arzt mehr offen, weder Gyn noch Hausarzt, also beschließen wir ins Spital zu fahren.
Dort werde ich zunächst scheinbar nicht ernst genommen. Man informiert mich, dass ich 50€ für einen Schwangerschaftstest zu zahlen habe. Es wirkt auf mich, als ob man man mir vermitteln will, man sei ja kein Gratis-Testlabor. Aber ich glaube gar nicht so sehr an eine Schwangerschaft. Wenn ich daran glauben würde, hätte ich ja daheim einfach getestet, dafür hab ich ja die Tests gekauft.
Trotzdem wird alles zunächst nur auf eine SS untersucht. Die stellt sich dann als nicht gegeben heraus. Da ich aber trotzdem Schmerzen habe, geht es dann doch in eine andere Richtung. Zuerst untersucht mich die Ärtzin weiter. Dann auf einmal hat sie anscheinend was entdeckt. Die Oberärztin wird gerufen. Und dann geht das Gewurrle schon los, man überprüft Daten, fragt mich weiter aus und informiert mich dann, dass auf dem US etwas im rechten Eileiter zu sehen sei. Die Gebärmutter ist stark aufgebaut, eine Einnistung kann aber in ihr nicht entdeckt werden. Ganz anders im Eileiter. Da sei etwas. Genau könne man aber nicht sagen, was es sei, dafür sei es noch zu früh. Während ich in Tränen ausbreche, informiert mich die Ärztin, dass es ja theoretisch auch eine geplatzte Zyste sein könne, fragt im selben Atemzug, ob ich schon mal Zysten gehabt hatte. Nein – ich hatte noch nie Zysten. Aber ich hab Endometriose, diese unbeschreiblich unfaire Erkrankung, bei der Gewebe am falschen Platz ist, bei der in meinem Fall das Risiko auf Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter massiv erhöht ist…
Eine zweite Oberärztin wird gerufen. Zu dritt besprechen sie mit mir den aktuellen Stand, dass eben nicht klar sei, was da ist. Aber man wolle mich stationär aufnehmen. Das hab ich verneint, da ich ohnedies in der Nähe wohne und nachts noch viel gestillt wird. Außerdem mag ich einfach nicht in Spitälern schlafen. Also wird mir noch Blut abgenommen und das Versprechen bei weiteren Beschwerden soll ich sofort wieder kommen. Morgen soll ich anrufen, da weiß man dank Blutuntersuchung hoffentlich mehr Bescheid. Und je nach Befund muss ich entweder am Folgetag oder den Tag darauf wieder rein um den weiteren Verlauf zu besprechen. Am Entlassungswisch steht drauf: Verdacht auf EUG, google verrät mir, was das bedeutet: Extrauteringravidität, das steht für eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter… die 50€ musste ich übrigens nicht zahlen…

Und jetzt sitz ich hier und trau mich nicht anzurufen…

Ein paar Stunden später: Ich hab angerufen, die Tests waren noch nicht da. Ich hab eine Stunde später angerufen, da wurde uns bestätigt, dass eine Schwangerschaft möglich sei. ??? Das wollten wir jetzt aber nicht wissen. Wir erklärten den gestrigen Ablauf, da fragte sie uns, ob eine Eileiterschwangerschaft im Raum stünde, was wir bejahten. Sie musste sich nochmal mit einer Kollegin besprechen… und wird uns zurückrufen. Nach 1,5 Stunden waren wir uns nicht sicher und machten das, was ich selber bei allen Menschen immer hasse: Wir warteten nicht auf den Rückruf, sondern riefen selber nochmal an. Es war ein komplizierter Kaiserschnitt im Gange und sie hatten noch keine Zeit, sich zu beraten, wir würden so schnell es ging zurückgerufen. Eine halbe Stunde später klingelte das Telefon. AAAALSO: Eine Möglichkeit ist eine Zyste. Unabhängig davon aber gibt es einen positiven HCG-Wert, der auf eine Schwangerschaft deutet. Neben einer Eileiterschwangerschaft kann aber auch eine ganz frische Schwangerschaft möglich sein. Man müsse jetzt schaun, ob sich wo anders ein Baby eingenistet hat. In der Gebärmutter haben sie zwar nichts gefunden, aber da wir aktuell ja nicht wissen, wo ich überall Endometriose habe, kann es genausgenommen im gesamten Bauchraum sein… Morgen soll ich wieder hin zu einem erneuten Ultraschall und einer weiteren Blutuntersuchung. Dann wisse man hoffentlich mehr…

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