Baby 0-12 Monate | Entwicklung | Tragen

Tragen eines nicht mehr ganz so kleinen Babys

Februar 4, 2016

Es ist ca. 22 Uhr, eigentlich ist der kleine Hase schon uuur müde. Er wälzt sich wortlos und still im Bett umher, auf den Bauch, nein doch lieber auf den Rücken, andocken wieder abdocken, ah eine Katze, da schaun wir doch gleich hin, ach doch lieber wieder auf den Bauch gedreht, Kopf in die Matratze gedrückt… und das geht laaang so. Seit ca. 2 Wochen scheint Krümelchen Einschlafprobleme zu haben. Es ist anders, als wenn er noch nicht müde genug ist, denn dann quatscht er und geht einfach aus dem Bett raus. Aber dieses Szenario zeigt, dass er müde ist und offensichtlich auch einschlafen möchte, aber irgendwie nicht von allein zur Ruhe kommt. Da ihm auch das Einschlafstillen seither nicht jedes Mal hilft, wird er wieder vermehrt zum Einschlafen getragen und das klappt so schnell, dass er meist schon schnarcht, bevor der Papa den Flachknoten am Rücken festbegunden hat ^^ Und während ich den beiden mit übergehenden Herz zuschaue und mir fast ein Tränchen dabei runterkullert schießen mir einige Gedanken in den Kopf…
Wir wollten immer schon tragen und das auch lange. Aber das Gewicht vom kleinen Hasen ist doch schon seit einiger Zeit im zweistelligen Bereich und ich hätte mir nie erträumt, dass wir ihn sooo lange, sooo viel und das auch noch vorn am Bauch tragen können. Klar, das viele Tragen, besonders häufige kürzere Phasen stärkt die Rückenmuskulatur enorm und so hat sich unser Rumpf einfach an das Gewicht gewöhnen können. Und da es ja auch verschiedene Bindeweisen gibt, kann man den Rücken zudem auch gut entlasten. Seit einiger Zeit trage ich z.B. in langen Phasen, wie z.B. während des Kochens eigentlich nur noch am Rücken. Welche Trageweise angenehm und für einen passend ist, lernt man am besten in einem Tragekurs oder bei einer Trageberatung. Wobei ich mir ehrlich gesagt nach 9 Monaten Übung, mehreren Kursen und Beratungen nun auch einfach gute youtube Videos ansehe 😉
Beim vielen Tragen helfen definitiv auch unterschiedliche Tragen, so liebe ich z.B. den Sling für daheim, denn er erlaubt mir ein sekundenschnelles Umbinden, ganz schnelles Herausnehmen und eben auch den Hüftsitz als Abwechslung zu den sonstigen Trageweisen. Aber auch bei Besorgungstouren mit vielen Stops zwischen den Autofahrten hat sich der Sling bewährt: Einparken, ab in den Sling, kurze Erledigung machen, wieder zurück zum Auto, weiterfahren, einparken usw. 😉

So wird auch der nächtliche Spitalsaufenthalt verschlafen 😉

 Krümelchens Papa schwört dafür wieder auf seine Kokadi Flip. Und selbst da gibt es noch Anpassungen: Seit dem Umklicken der Schnallen war es wegen seines breiten Brustkorbes ein wenig enger und die Schultern schmerzten nach einiger Zeit. Dank der Gurtverlängerungen ist nun wieder ein angenehmeres Tragen möglich, das Gewicht verteilt sich mehr auf die Hüften und die Schultern werden wieder geschohnt.

(Btw. hab ich die Bestellung gleich dazu genutzt, diese superschicken Babylegs mitzubestellen ^^)

 

Ich bin sehr froh, dass wir immer noch so viel tragen, es erleichtert unseren Alltag enorm. Öffentlich in der Stadt mit einem Kinderwagen unterwegs zu sein ist kein Spaß, das kann ich fast tgl. sehen. Selbst der Platz im Babycafé ist heiß umkämpft, nicht selten liest man Nur 5 Kinderwagen möglich. Von der Respektlosigkeit und mangelnder Hilfeleistung anderer Verkehrsteilnehmer mal abgesehen. Zudem erlaubt mir das Tragen einen engen Kontakt mit meinem Kind, ein stetiges Bemerken von Signalen wird mir ermöglicht. Ich merke, wenn er sich beim Hundegebell verkrampft, oder beim Hupen des LKWs im Schlaf zuckt. Ich kann augenblicklich reagieren, wenn ihn die Sonne unangenehm blendet und dank des Wärmeaustausches ist ihm selbst bei -15°C unter meiner Jacke nicht kalt.
 
Dass wir nach 9 Monaten immer noch mehrere Stunden pro Tag tragen hätte ich nicht gedacht. Dass wir ein so schweres Kind vorn am Bauch tragen und das auch noch ohne Rückenprobleme hätte ich mir nie im Leben vorstellen können. Aber ich denke wir sind da einfach so reingewachsen, wie bei so vielen Dingen in unserem Alltag hat es sich einfach so ergeben.

Den Kinderwagen haben wir übrigens immer noch. Vielleicht werden wir ihn ja irgendwann mal nutzen 😉

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