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Throw back: EUG Teil 6 & SS/ HG und Krankenstand

Mai 14, 2016


Dienstag und Mittwoch gehts mir so beschi**en, dass wir am Donnerstag zum Gyn schaun. Der untersucht mich und weist mich sofort ins Spital ein. Miniknübsi gehts gut, es wurde sogar vordatiert. Ich muss aber gestehen, ich hab gar nicht wirklich darauf geachtet. Ich kann kaum auf 2 Beinen stehen, will nur am Boden rumkrabbeln und hoffe, dass alles schnell vorbei geht. Im Spital haben sie eigentlich keinen Platz, aber ich werde trotzdem sofort aufgenommen. Zuerst hab ich noch Hoffnungen, dass 1 Tag im Spital ausreicht und ich abends wieder nach Hause darf. Dem ist aber nicht so und so muss ich die erste Nacht ohne Krümelchen verbringen… und das auch noch in einem Spital… Die Nacht war nicht wirklich erholsam, aber die Infusionen helfen. Ich zittere nicht mehr so und auch wenn mein Kreislauf noch nicht top ist, will ich sofort am nächsten Tag wieder raus. Ich muss noch warten bis 2 weitere Infusionen in mir drin sind, das dauert rund 4 Stunden… dann darf ich aber raus. Ich bin noch mind. 1 Woche krankgeschrieben, kann mir jederzeit ambulant Infusionen holen.

Das angenehme hier, es kommen keine blöden Tipps von wegen „ich solls halt mit Ingwer oder Crackers probieren“. Es kommt auch kein Spruch alá „Sie sind schwanger und nicht krank“. Ich bekomm hier nichtmal den liebevollsten aller Ratschläge zu hören „Das ist es doch alles wert, immerhin bekommst du ein Baby“. Ich bin froh, dass ich hier ernst genommen werde. Man erschlägt mich hier nicht mit unnötigen Tips, sondern steht mir bei, im Wissen, dass wohl kaum was helfen wird. Ich habe keine normale Schwangerschaftsübelkeit. Ich habe Hyperemesis gravidarum, eine laut WHO anerkannte Krankheit. Das lässt sich übrigens ganz leicht mit einem Blutbild und einer Harnuntersuchung erkennen. Ja, ich wusste von dem Risiko, dass ich es wieder bekommen könnte, weil ich schon bei Krümelchen daran litt. Und ja natürlich war es das wert, durchzuhalten. Aber viele HG-SS werden abgebrochen, weil die Mütter es eben nicht mehr schaffen. Ich habe bisher nur 7 Kilogramm abgenommen, letztes Mal waren es zu der Zeit fast 10kg. Und ich werde das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Genauso wie ich mir keine blöden Ratschläge von Mamis/ Schwangeren anhören will, was ihnen bei ihrer Schwangerschaftsübelkeit geholfen hat. Ich habe nämlich keine Schwangerschaftsübelkeit!

Wochenende ist stressig, 2 Geburtstagspartys für Krümelchen stehen an. Ich werde öfters gefragt, ob ich das nicht sausen lassen oder verschieben will, aber das kommt für mich nicht in Frage. Ich möchte nicht, dass Krümelchen keine Geburtstagsfeiern hat, weil sein Geschwisterchen unterwegs ist! Mein Liebster und meine Schwester übernehmen den Großteil der Arbeit, ich kümmer mich nur um die Torten. So gehts ganz gut. Und erfreulicherweise kann ich trotz alledem viel schlafen.

Die Woche ist ganz okay. Leider hab ich überhaupt keinen Appetit. Wenn ich nur an Wasser oder Trinken denke, reckts mich. Krümelchen weint inzwischen nicht mehr, wenn ich mich übergebe. Manchmal lacht er sogar 😉 Irgendwie wirkt es, als würde er mich auslachen… 😉 Liebevoll bringen mir meine beiden Männer jedes Mal ein Glas Apfelsaft gespritzt. Das wird zwar gleich wieder rausgekotzt, aber es schmeckt nicht so eklig beim Kotzen. Apropos, ich hab inzwischen eine Nahrungsmittelunterteilung zwischen gut kotzbar und schlecht kotzbar. Idealerweise ist es recht flüssig, also bloß nicht zu trocken. Es sollte nicht zu geschmacksintensiv sein und vorzugsweise keine Stückchen, die kommen mir so oft in die Nase. Ich bin so unendlich froh, dass mein Liebster grad in Väterkarenz ist, er begleitet mich jedes Mal ins Spital, besucht mit Krümelchen die Kurse, macht Besorgungen, spielt mit ihm usw. So geht für den Kleinen der Tag mehr oder weniger normal weiter und ich diene nur zwischendurch zum Kuscheln und Stillen. Es macht keinen Unterschied, ob ich daheim liege oder arbeiten bin, wenn die beiden ihren normalen Tagesablauf unterwegs verbringen.

Das WE hab ich größtenteils im Bett verbracht… Ab und zu kommt Krümelchen rein zum Stillen, ansonsten verbringen die beiden eigentlich die meiste Zeit ohne mich… ich mach mir Vorwürfe, aber mein Liebster beschwichtigt mich, dass es halt eine Ausnahmesituation sei und dass er ja eh in Väterkarenz ist. Ich fühl mich immer schwächer, ich werde heut wohl nochmal ins Spital gehen und mir wieder Infusionen holen. Morgen gehts ab zum Hausarzt und übermorgen zum Gyn… die vielen Ärztebesuche in den letzten Wochen und Monaten gehn mir echt auf die Nerven…
Mir fällt auf, dass die letzten Wochen wie im Flug vergangen sind. Ich bin schon im 4. Monat, bereits im 2. Trimester. Irgendwie fühl ich mich der ersten Zeit beraubt. Es hat sich die erste Zeit alles um Zwilling 1 gedreht und seither dreht sich auch alles in meinem Kopf um mein verlorenes Baby. Ich denke kaum daran, dass ich ja schwanger bin. Ich fühl mich krank, ich bin ja auch krank.

Dienstag will ich mir nur ambulant schnell eine Infusion holen, aber ich muss bleiben… meine zweite Nacht ohne Baby. Auch dieses Mal hilfts mir nur bedingt. Die Ruhe, das nur Herumliegen und die Infusionen helfen, keine Frage, aber so abgeschnitten von meinen Liebsten kann ich einfach nicht die Entspannung finden, die ich brauch. Daher geh ich Mittwoch wieder raus und gleich ab zum Gyn zur Kontrolle. Heut steht wahrscheinlich die letzte EUG-Kontrolle an. Zwilling 1 ist mehr oder weniger komplett abgebaut. Mehr wird sich wohl nicht mehr verändern. Ob es zu Problemen kommen wird und ich den Eileiter reinigen lassen muss, wird sich leider erst in den nächsten Wochen/ Monaten zeigen, aber er denkt, dass man es im Moment so belassen kann. Das Myom in der Gebärmutter ist 4,8cm groß, das muss eventuell nach der SS entfernt werden. Bei dem Eingirff könnte man theoretisch auch den Eileiter ordentlich säubern. Der Arzt spricht sehr sensibel und einfühlsam, aber es sind trotzdem harte Gedanken. Von meinem Eileiter-Baby ist nur noch ein wenig Gewebe da… mehr nicht.

Die nächsten Tage zwinge ich mich zu Ruhe und Bewegungseinheiten. Meist schlafe ich, aber mind. einmal tgl. mach ich etwas. Einkaufen, Spazieren, kurze Unternehmungen. Natürlich sitz ich viel, ich trage auch nichts, mein Liebster ist immer bei mir. Aber ich kann ja nicht wochenlang nur liegen… das macht mich noch wahnsinnig.

Die Zeit vergeht wie im Flug, ein Tag ist wie der andere. Ich hab ein wenig Angst, in eine Abwärtsspirale zu geraten. Die SS erfüllt mich nicht, überhaupt nicht. Ich will, dass es endlich vorbei ist, aber es dauert noch so lange. Die meiste Zeit schlafe ich oder liege im Bett/ auf der Couch. Lesen und fernsehen macht nach einiger Zeit Kopfweh, immer wieder zwinge ich mich zur Hausarbeit. Ein Wäscheständer auf- und abgehängt macht mich so fertig, dass ich den restlichen halben Tage schlafe. Nach Wechseln des Leintuchs fall ich sofort in den Schlaf. Überall hängt noch die Deko von Krümelchens Geburtstagsfeiern. Da mein Essverhalten dezent durcheinander ist, nehm ich eigentlich keine Mahlzeiten mehr mit meiner Familie ein. Das ist in den letzten Wochen irgendwie ein Männerding geworden. In der Küche stinkts so sehr nach allen möglichen, dass ich nicht länger drin sein kann, um mir mal was zuzubereiten. Das meiste macht mir also mein Schatz. Reis stinkt, genauso wie Popcorn. Erbsen bringen mich zum Recken und überaupt gehn im Moment keine Gerüche…
Krankenstand ist schrecklich, es ist frustrierend, depremierend und macht mich glaub ich noch kränker… ich zwinge mich daher regelmäßig, was zu unternehmen. die Kriterien lassen aber nicht viel zu: Es muss mit dem Auto erreichbar sein, mein Schatz muss mit dabei sein können, am besten etwas, wo ich schnell Essen bekommen kann, und ich sollte dort sitzen können. Da bleibt eigentlich nicht viel und da ich grad auch keine Stimmungskanone bin, will ich mich nicht ständig Freunden aufdrängen. Und nach diesen kurzen Unternehmungen, bin ich den restlichen Tag und teils auch den nächsten fix und fertig.

Aber ich erkenne einen Aufwärtstrend. Seit ca. 1,5 Wochen klappt das mit dem Essen immer besser. Ich muss nur darauf achten, dass ich grad in dem Moment das esse, worauf ich Lust hab. Von gesunder oder veganer Ernährung bin ich weit entfernt. Trinken ist seit 3-4 Tagen aber auch besser, die meiste Flüssigkeit kommt zwar wieder hoch, aber das Trinken an sich ist nicht mehr so schlimm. Freitag hab ich wieder eine Kontrolle beim Arzt, ich bin mir aber nicht sicher, ob ich davor nochmal ins Spital sollte…

Donnerstag war ich wieder im Spital, lang wurde nicht drumrumgefackelt, ich bin eigentlich gleich ins Bett gebracht worden. Die Nacht war hart, wie immer. Ich kann einfach nicht in Spitälern schlafen…  ich schreibe heute viel über die Eileiterschwangerschaft, ich lege eine Erinnerungssammlung an. Mir fällt auf, dass ich nicht mal etwas habe, was ich begraben kann. Aber die EUG ist abgeschlossen. 2,5 Monate lang hat mich das nun begleitet und nun ist es einfach vorbei. Ich finde kaum Zeit zu trauern, es ist einfach zu turbolent in meinem Leben. Krümelchen geht natürlich vor, er fiebert seit 4 Tagen, hatte Geburtstag und ist zum ersten Mal mit dem Flugzeug geflogen. Die restliche Energie wird mir von der HG geraubt, mehr schaff ich nicht, obwohl hier noch mein Mann, unsere 4 Mietzen, der Haushalt, Familie/ Freunde und Arbeit auch meine Zeit bräuchten. Aber ich schaffe so gut wie nichts… 15.SSW schon. Mir fehlt der komplette Anfang, Blödsinn, mir fehlt ein Drittel meiner Schwangerschaft. Manchmal mache ich mir Gedanken, dass das dem Baby gegenüber unfair ist. Aber ändern kann ich es einfach nicht…

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Teil 2
Teil 3
Teil 4
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