Beschwerden | Schwangerschaft

Symphysenlockerung

Januar 27, 2015

Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben – das hätte ich mir wohl eher mal zu Herzen nehmen sollen. Nachdem ich ja abgesehn vom HG zu Beginn eine sehr angenehme und entspannte Schwangerschaft verleben durfte, habe ich mich auch diesbezüglich immer wieder darüber positiv geäußert. Ich war einfach happy, dass die meisten Beschwerden und vor allem die schlimmen Punkte scheinbar an mir voran gegangen sind. Da war ich aber anscheinend ein wenig zu voreilig…

Montag morgen gabs auf einmal einen fiesen Stich im Schambein. Ich konnte die Stelle nur schwer beschreiben, es fühlte sich einfach an, wie beim Schambein. Als hätte ich es mir angeknackst oder fies angeschlagen. Natürlich ist das eine Stelle, an der man sich nicht so einfach mal eben anschlagen kann. Ich versuchte weiterzugehen und da schossen mir auch schon die Tränen in die Augen. Es war irgendwie als würde mein Körper ohne mich weinen, zugegeben ein sehr skuriles Gefühl. In der Wohnung selbst war es auch irgendwie noch auszuhalten. Richtig schlimm wurde es aber, als ich mir die Schuhe anzog und dann auf der Straße ging. Das Heben der Füße war so unglaublich schmerzhaft, dass ich gar nicht mehr richtig denken konnte. Ich fasste auch keinen klaren Gedanken, sondern dachte nur „weitergehen“. Erst im Zug selber konnte ich meine Gedanken fassen und überlegte noch, was das jetzt sein könnte. Ich dachte an die Verspannung im Unterleib vor ca. 2 Wochen, vielleicht war ja wirklich wieder ein Muskel verkrampft? Während der Viertelstunde Zugfahrt tat es auch schon gar nicht mehr weh und ich dachte noch, es wäre vorbei. Doch beim Aufstehen gings wieder los. Die nächsten Stunden waren so unglaublich schmerzhaft, dass ich nicht wusste, wie ich arbeiten soll und ging dann daher auch ein wenig früher nach Hause. Das heißt, ich wollte nach Hause gehen. Denn die Straße bergauf zum Zug war unmöglich für mich zu schaffen. Der Schmerz schoss durch den Körper und ich hatte das Gefühl, dass das gesamte Gebiet rundherum nur noch wehtat. Der Rücken, das Becken, die Hüfte, der Bereich um die Vagina, ja selbst die oberen 20-30cm der Beine. Es war nicht möglich auch nur einen einzigen Schritt bergauf zu machen und so rief ich mir ein Taxi, das mich nach Hause fahren sollte. Während der Fahrt im Sitzen wars dann wieder erträglich und so huschte ich so schnell wie möglich ins Bett, das ich dann auch den restlichen abend nicht mehr verließ. Im Liegen tat es auch gar nicht weh, nur wenn ich mich drehte und die Beine bewegen wollte, aber das vermied ich einfach.
Leider war es am nächsten morgen noch viel schlimmer, also fuhren wir ins Spital, obwohl ich zugegeben ein ungutes Gefühl hatte, so kurz nach einem Fehlalarm wieder ins Spital zu gehen. Dort wurde dann erstmal ein CTG gemacht, Krümelchen gehts prima. Dann wurde ich weiter untersucht und gab meine Beschwerden an und auf einmal hieß es: Symphysenlockerung. Wie weit können sie nicht sagen, aber ich solle mir einen Symphysengürtel besorgen und die nächsten 2 Wochen mal liegen… Das war dann der Todesstoß für mich! Denn dies war meine letzte Arbeitswoche, meine letzten 3 Tage! Mir war das alles zu viel also verließen wir fluchtartig das Spital und zu einem Bständig. Dort angekommen mussten wir aber erfahren, dass dieser Gürtel ohne Verordnung dreimal so viel kostet. Also schnell rüber zum Gynäkologen, der mich gleich nochmal untersuchte. Auch er meinte Symphysengürtel und Bettruhe… Wieder ein Heulkrampf. Ich hatte keine Zeit mich zu verabschieden, ich konnte meinen Arbeitsplatz nicht räumen, ich war einfach von einer Sekunde zur anderen weg… das war nicht der Abschied, den ich mir vorgestellt hatte. Hauptsächlich ärgerte ich mich über mich selber, warum das nicht erst eine Woche später hätte kommen können…
Naja, lange Rede, kurzer Sinn, ich hab also eine Symphysenlockerung, das ist für das Baby in keinsterweise schlimm, wird anscheinend von einem Hormon zur Geburtsvorbereitung ausgelöst und da es 1 von 600 Schwangere betrifft ist das auch nicht wirklich selten. Machen kann man im Grunde nicht wirklich was, das wichtigste ist dem Körper Ruhe zu gönnen, viel liegen, wenig gehen und schonen schonen schonen… Tja, und so liege ich jetzt seit Dienstag Nachmittag im Bett und werde da wohl auch die nächste Zeit nicht mehr wirklich raus kommen… juhu…

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