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Stillen darf nicht wehtun! (zu kurzes Zungenbändchen)

August 6, 2015

Ja, auch ich bin auf diesen Mythos reingefallen. Mir tat am Anfang das Stillen wirklich weh!
Das erste Mal Anlegen klappte wunderbar, die Hebamme half uns beiden und der kleine Mann wusste genau, was zu tun sei und machte tatsächlich alles richtig. Doch schon im Laufe des ersten Tages spürte ich immer mehr, wie unangenehm das eigentlich wurde. Und nach kürzester Zeit hatte ich dann auch den Salat: Trotz Wollfett und Kompressen wurde es immer schlimmer, schmerzhafter und begann schlussendlich einzureissen und zu bluten.


Und dann der Irrglaube, dem auch ich aufgesessen bin: Das gehört so, da muss man durch, die Brust muss sich erst daran gewöhnen. Dementsprechend biss ich die Zähne zusammen und machte brav weiter. Es war aber nicht zu übersehen, dass da was nicht stimmen konnte und da wunde Brustwarzen in den meisten Fällen mit falschem Anlegen zusammenhängen, gesellte sich im Spital schnell bei jeder Mahlzeit eine Stillberaterin/ Hebamme zu mir, um mich zu unterstützen. Doch irgendwie schienen wir beiden eh alles richtig zu machen. Das übrigens nicht, „weil ich es von Instikt aus konnte“, nein, ich hab mir helfen lassen, nachgefragt und es mir immer wieder zeigen lassen 😉 Denn auch das scheint immer noch in unseren Köpfen rumzuspuken: Die perfekte Mutter weiß von sich aus, wie Stillen geht. Pustekuchen! Wir haben eine ganz tolle Stillbeziehung, die aber niemals so verlaufen wäre, wenn ich mich nicht getraut hätte einfach um Hilfe zu bitten bzw. die angebotene Hilfe auch anzunehmen 😉
Trotzdem wir also alles richtig machten und immer Hilfe beiseite gestellt bekamen, wurde es immer schmerzhafter und ernsthaft, es sah auch wirklich nicht mehr gesund aus… Krümelchen juckte das sichtbar wenig, er hatte immer noch einen ordentlichen Zug drauf und da ich ja keinerlei Vergleiche hab, dachte ich, ich müsse da nun einfach durch. Schon am Tag 1 nach seiner Geburt kam die erste Hebamme auf den Verdacht, Krümelchens Zungenbändchen könnte zu kurz sein. Die Prozedur des Kappens (im Grunde ein Einschneiden) ließ mir aber alle Haare zu Berge stehen. Und da sie auch meinte, es sei grenzwertig vom Dringlichkeitsgrad her, schob ich es wieder darauf zurück, dass meine Brust sich halt daran gewöhnen müsse…
In den nächsten 2 Tagen kam der Verdacht immer häufiger bei immer mehr Hebammen / Stillberaterinnen auf und so ließen wir die Kinderärztin mal drauf schaun. Diese meinte, es sei dann doch eindeutig zu kurz und sie bewunderte mich, dass ich das so ohne ein Wort des Wehklagens über mich ergehen hab lassen. Af mein „Ich dachte, es sei normal, dass es am Anfang so wehtut“ wurde ich eines besseren belehrt. Das Kappen dauerte keine Sekunde, es hat nicht geblutet und der kleine Hase hats nichtmal gemerkt 😉 Und ja, seither ist es viiiiiiiel angenehmer und meine Brüste haben sich ganz schnell erholt 😉
Also liebe Mamis da draußen: Wenn Stillen euch schmerzt, unangenehm ist oder sogar zu Verletzungen (blutende, eingerissene Brustwarzen) führt, dann wendet euch an eine Stillberaterin, dort findet ihr Rat und Hilfe. Die LaLecheLiga hat nahezu überall in Österreich (auch Deutschland & Schweiz) Unterstützung und hilft bei Anlegeproblemen und anderen Ursachen 😉

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