(Pump)Stillen | Kleinkind <2Jahre | Stillen

Selbstbestimmtes Abstillen?

Dezember 12, 2016
Mein Kind darf so lang stillen, wie es will! Das war seit einigen Monaten meine Antwort auf die Frage nach unserer geplanten Stillzeit. Und daran wollte ich mich auch halten. Aber was, wenn das Kind eher aufhört als gedacht? Was, wenn man als Mama irgendwie noch nicht damit gerechnet hat, noch nicht bereit dafür ist? Eine Stillbeziehung besteht immer zwischen 2 Menschen, ich aber hab mich ganz auf meinen Sohn konzentriert und mir nie darüber Gedanken gemacht, wie lang ich eigentlich stillen wollte. Unsere gesamte Stillbeziehung wurde von mir auf den kleinen Hasen gelegt und nun steh ich vor der Situation, dass ich mich mit dem abprupten Ende überrumpelt fühle…

Krümelchen wurde von Anfang an gestillt, auch während der Beikosteinführung war Muttermilch seine Hauptnahrung und als er 1 Jahr alt wurde, wechselten wir ganz unspektakulär zum Kleinkindstillen (Langzeitstillen?).
Selbst als ich erneut schwanger wurde, ja sogar als für eine kurze Phase die Milch weniger wurde und auch als sie sich am Ende der Schwangerschaft wieder zu Kolostrum wandelte, stillten wir weiter, mal mehr mal weniger, aber immer noch täglich. Bis zum ET, dem errechneten Geburtstermin seines Geschwisterchens…

Am ET wachte Krümelchen auf, kuschelte sich in unserem Familienbett an mich, sagte „Mimi“ und dockte an, sobald ich mein Shirt runtergezogen und somit die Brust freigelegt hatte. Er trank ca. 1 Minute, dockte dann ab, lächelte und sagte zu mir „Baby“, machte die Essgebärde und beendete seine Aussage mit „Mimi“. „Ja, mein Schatz, das Baby wird auch Mimi trinken“ antwortete ich. Doch was darauf folgte, erstaunte mich, darauf war ich nicht gefasst. Krümelchen nahm den StillBH und zog ihn über meine Brust. Und dann auch noch das Shirt, sodass ich wieder ganz bedeckt war. Danach machte er die Essgebärde, stand auf und zeigte auf die Küche – wir gingen also Frühstücken. Keine halbe Stunde kuscheln, keine 15 Minuten Guten-Morgen-Stillen.
Zum Mittagsschlaf wollte er dann seine Wasserflasche haben und zum Kuscheln am abend auch, genauso zum Einschlafen. Er verlangte die Brust den restlichen Tag nicht mehr. Auch am nächsten Tag nicht und auch danach nicht… immer wieder bot ich ihm seine bisher so heißgeliebte Mimi an, besonders in den Standardsituationen, aber nicht mal bei Verletzungen wollte er mehr stillen. In mich hineinkuscheln ja, an mir runkneten auch, aber nicht mehr stillen. Nach ein paar Tagen begann es sich komisch für mich anzufühlen, immerhin wollte ich ihn ja nicht drängen und so kurz um die Geburt herum, Miniknübsi war ja inzwischen schon überfällig, kann es ja wirklich ganz anders schmecken. Also beließ ich es dabei. Ich war mir sicher, dass er wieder anfangen würde, sobald sein Geschwisterchen auf der Welt war. Doch dem war nicht so…
Tage verstrichen und sein neugeborener Bruder trank stetig an der Brust. Doch so sehr es ihn auch interessierte, selber wollte er nicht mehr trinken.
Nach ein paar Tagen hatte ich deutlich mehr Milch, als Miniknübsi trank, also beschloss ich, abzupumpen und die Milch aufzuheben. Zum einen wollte ich Muttermilchschmuck herstellen lassen, dann ist es ein prima Badezusatz, den wir jeden Sonntag brauchen und sicherheitshalber etwas auf Vorrat zu haben ist beim Raynaud-syndrom auch nie schlecht.
Als Krümelchen jedoch sah, wie ich abpumpe, war er auf einmal ganz verzweifelt, er wollte unbedingt die abgepumpte Milch haben. Also gab ich sie ihm in einer Flasche und er sog sie förmlich in sich rein. Ao schnell konnte ich gar nicht abpumpen, wie er Milch trinken wollte. Immer wieder machte ich ihn darauf aufmerksam, dass er sich ja gleich direkt bedienen könne, aber das wollte er nicht…
Am 11.11. hat Krümelchen mit fast 19 Monaten das letzte Mal gestillt und seither pumpstille ich ihn während ich seinen kleinen Bruder direkt stille. Krümelchen braucht/ verlangt täglich seine Mimi, will sie aber immer aus der Flasche haben. Teilweise kommt er mit der Pumpe zu mir, setzt sie an und beginnt zu pumpen, weil er so dringend die Muttermilch haben will und ich bin dabei ehrlich gesagt ziemlich irritiert: Hat er sich wirklich selbstbestimmt abgestillt? War es denn übehaupt ein Abstillen, wenn er doch tgl. weiterhin Muttermilch verlangt? Einige Zeit war ich mir nicht sicher, ob er da was missverstanden hat… Also biete ich ihn auch weiterhin direkt die Brust an und pumpe ab, wenn er will…
Btw. seither hat er zweimal angedockt und mich dabei ganz unsicher angesehen, nur um dann gleich wieder abzudocken… ich kann mich irren, aber ich glaube nicht, dass das beim selbstbestimmten Abstillen so abläuft…
Das würde auch erklären, warum es sich für mich im Moment so falsch anfühlt, ich glaube nämlich nicht, dass Krümelchen schon bereit dazu war…

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