Alltag | Baby 0-12 Monate

Ranghöchste Katze „erzieht“

Juni 19, 2015

Wir haben ja 5 Katzen bei uns und da gibt es auch eine festgelegte Rangordnung. Und als Chefin unserer kleinen Horde macht sie das auch ganz super. Sie schreitet zwischen Streitigkeiten ein, gibt den Ton an und bietet den anderen Orientierung im Alltag. Aber sie maßregelt auch Fehlverhalten, wie z.B. das Nerven vor der Küchentüre unseren schnuckeligen Katers. Dann geht sie nämlich zu ihm hin und gibt ihm einen obligatorischen Klaps auf den Kopf. Ohne Krallen, auch nicht fest, einfach nur um zu zeigen, dass sie dieses Fehlverhalten nicht gutheißt.

Das ist nicht ungewöhnlich in Katzenrudeln, also Gruppen ab 3 Katzen und kann dem Halter auch im Alltag helfen. Denn wenn die ranghöchste Katze unerwünschtes Verhalten ihrer Gruppe tadelt, ist das im Idealfall auch für den Halter angenehm.
Doch was sich bei uns zu Beginn gezeigt hat, hat mich doch ein wenig vorsichtig werden lassen, denn offensichtlich hat unsere Ranghöchste gleich mal innerhalb weniger Tage Krümelchen zu ihrem Rudel erklärt und somit sich unterstehend 😉 Als der kleine Hase nun ein in ihren Augen „Fehlverhalten“ an den Tag legte, nämlich ganz lautes und panisches Weinen, kam sie auf ihn zu und wollte ihn doch tatsächlich einen Klaps auf den Kopf geben 😉
Natürlich war ich bei ihm , bzw. hatte ihn im Arm, als er so schrie und ich konnte daher die Reglementierung verhindern, aber es war schon interessant mitanzusehen 😉
Hat die Katze etwas falsch gemacht? Nein! Sie hat sich ihrer Rolle entsprechend genau richtig verhalten. Natürlich ist es ein für den Halter unerwünschtes Verhalten und so hab ich ihr signalisiert, dass das meine Aufgabe ist und ich mich darum kümmer.
Ist die Katze für das Baby gefährlich? Nicht wirklich. Natürlich sollte sie nicht alleine mit dem schreienden Baby gelassen werden, aber mal ehrlich, auch wenn ich meine Katzen püber alles vergöttere, alleine lasse ich sie mit dem Baby ohnedies nicht.
Ist das ein Grund, die Katze wegzugeben? Niemals! Die Katze hat keinen Fehler gemacht und sobald sie begriffen hat, dass es nicht ihre Aufgabe ist, sich um dieses Familienmitglied zu kümmern, hört das Verhalten auch wieder auf.
Bei uns konkret hab ich unsere kleine Chefin beim Schreien vom Krümelchen auf Distanz gehalten, entweder ich hab sie vom Bett/ der Couch runtergeschickt oder sie durfte sich nur außerhalb der Pfotenreichweite nähern. Zudem hab ich ihr ganz entspannt und ruhig zugezwinkert, was sie sofort mit zurückzwinkern erwidert hat.
Jetzt ist es inzwischen so: Wenn Krümelchen schreit, kommt sie sofort angedackelt und setzt sich in einem guten Abstand beobachtend zu uns. Einige Sekunden später kommt sie schnurrend und schmusend zu mir. Zunächst schmiegt sie sich nur an mich, als wolle sie mich darum bitten, ihn ruhig zu stellen. Und nach kurzer Zeit beginnt sie sich schnurrend an ihn zu knuddeln. Das dürfte übigens auch auf Krümelchen beruhigend wirken.
Und sobald er ruhig ist, beknuddelt sie wieder mich, als wolle sie sich bei mir bedanken, oder mich loben 😉
Für nahezu jedes Problem zwischen Baby und Hautier findet sich eine Lösung und ich bin ein entschiedener Gegner davon, ein Tier einfach wegzugeben. Oft hilft einfach nur ein wenig Einfühlungsvermögen und Wissen über die Deutung von Tierverhalten. Natürlich hätte ich meine Katze weggeben können, „weil sie versucht hat, mein Kind zu schlagen“, aber dann müssten wir jetzt auf ihr wirksames beruhigendes Schnurren verzichten, von dem sowohl ich, als auch Krümelchen profitieren. Denn nicht nur der kleine Hase beruhigt sich, auch ich bleibe ruhiger, wenn wir durch sanftes Schnurren beruhigt werden.

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