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Miniknübsi wurde operiert

März 18, 2018
Miniknübsis OP

Ich bin: Mama

Endlich war es so weit und es ist alles gut gegangen!

Als Miniknübsi auf die Welt kam, war schnell klar, dass ihm wohl schon in baldiger Zeit einer Operation blühen wird… Als wir dann mit dem damals 3monatigen kleinsten Hasen wegen Influenza A im Spital bleiben mussten, wurden wir nochmal dezitiert darauf angesprochen, wir sollten das doch mal von Spazialisten untersuchen lassen. Doch einer verfrühten Operation wollten mein Mann und ich nicht zustimmen, also wurde in ärztlicher Absprache beschlossen, das 1. Lebensjahr abzuwarten, denn eine Hydrozele, an der Miniknübsi beidseitig litt, verschließt sich oftmals in den ersten Lebensmonaten.

Hydrozele – was ist das?

Wer sich eine genaue Klassifizierung wünscht, dem empfehle ich die Fachrecherche, aber hier möchte ich eine etwas laienhafte Erklärung geben, was zu Miniknübsis OP führte. Beim Jungen wandern meist noch vor der Geburt, also gegen Ende der Schwangerschaft, die Hoden vom Bauchraum in den Hodensack. Um das zu ermöglichen, ist der Hodensack bis zu dem Zeitpunkt zum Bauchraum offen und verschließt sich anschließen. Wenn die Hoden zwar hinuntergewandert, aber die Öffnung sich nicht geschlossen hat, kann jederzeit Flüssigkeit aus dem Bauchraum in den Hodensack fließen. Das an sich ist zwar störend und kann anscheinend besonders während der Pubertät zu Problemen, aber das gröbere Risiko besteht darin, dass auch der Darm durch diese Öffnung rutschen bzw. sich einklemmen kann, was dann als indirekter Leistenbruch bezeichnet wird. Das ist dann natürlich ein Zustand, der einer sofortigen Notoperation bedarf. Um diesen Vorfall zu verhindern wird daher um den 1. Geburtstag des Jungen diese Öffnung operativ verschlossen.

Eine verschlossen, die andere immer noch sperrangelweit offen…

Auch bei Miniknübsi wollten wir also das 1. Lebensjahr abwarten und hofften, dass sich die Öffnung von alleine verschließen würde. Während der ersten Untersuchung in der Kinderurologie wurde dann aber festgestellt, dass sich die eine zwar verkleinert, die andere aber gar nicht verändert hatte. Also wurde Anfang Jänner der OP Termin fixiert und wir hatten nur noch das letzte OP-Gespräch vor uns. Ende Dezember dann die Überraschung: Die eine Hydrozele hatte sich tatsächlich noch verschlossen, leider aber die andere nicht. Der Termin blieb also.

Der Tag, an dem die OP nicht stattfand

Wer mir auf Instagram folgt, konnte miterleben, wie Schlafmangel und die Angst um meinen Jüngsten mich mitgenommen hat – und das völlig umsonst 😉 Denn am besagten Operationstermin wurde recht schnell festgestellt, dass Miniknübsi eine verstopfte Nase hat. Bei unserer gewählten sanften Narkosemethode bedeutete das ein Aus und so mussten wir unverrichteter Dinge wieder gehen. Prinzipiell empfand ich diesen Tag aber nicht als Vergeudung, denn so hatten wir alles schon mal miterlebt und kannten das Prozedere nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch 😉

Dann kam der große Tag

Rund 2,5 Monate nach dem eigentlichen Termin war es dann also tatsächlich so weit. Den Ablauf hatten wir ja schon mal durchgespielt, also ging es dieses Mal mit wesentlich weniger Schmetterlingen im Bauch. Abends zuvor wurde Krümelchen von seiner Omi abgeholt und durfte bei ihr schlafen. Um 1 Uhr nachts stillte ich Miniknübsi das letzte Mal, dann ging ich ins andere Familienbett im Elternzimmer, um die Versuchung ein wenig abzumildern. Um 5 Uhr läutete der Wecker, ich wuselte geschäftig herum, während sich der Papa um den kleinen Hasen kümmerte. Kein Wasser, kein Essen, keine tröstende Mutterbrust, es war echt nicht schön… Um 6:30 waren wir im Spital, 15 Minuten später bei der Anmeldung an der Station. Miniknübsi bekam wieder dieses superniedliche OP-Hemdchen, in dem er wie ein kleines Engerl aussah. Um 7 Uhr gings dann hinunter in den OP…

Ab in den OP

„Ich schau, was ich machen kann…“

 

Unten angekommen wusste ich schon, dass ich von nun an alleine für Miniknübsi da und stark sein musste. Der Pfleger sah uns beim Abschied, meinte nur „Ich schau, was ich machen kann…“ und verschwand. Dann kam er mit 2 OP-Mänteln, die der Papa und ich anziehen sollten. Um die Uhrzeit sei noch nichts los und wir dürften beide mit unserem Sohn hineingehen. Drinnen wurde Miniknübsi von sämtlichen Pflegern, Schwestern und Ärzten betüdelt und animiert. Der kleine Hase hatte seinen Spaß, selbst als ihm das Zäpfchen mit dem Beruhigungsmittel gegeben wurde, muckte er nicht. Immer dusseliger und leicht high anzusehen war er super gelaunt und fand eigentlich alles toll und witzig. In diesem Zustand wurde er dann auch vom freundlichen OP-Team mitgenommen und wir bekamen 1,5 Stunden Wartezeit, bis wir wieder zum Aufwachraum kommen sollten.

Und dann hieß es warten…

Etwas verfrüht fanden wir uns dann wieder vor Ort ein und durften gleich hinein zu Miniknübsi, der aber noch schlief. Also warteten wir an seinem Gitterbettchen, während er meinen kleinen Finger ganz fest hielt. Über 1 Stunde lang schlief der kleine Hase, was aber laut Schwester absolut in Ordnung war. Als er dann langsam aufwachte, durften wir wieder hinauf in sein Zimmer gehen, wo ich ihn nach 10,5 Stunden endlich wieder stillen konnte. Nicht nur er war heilfroh darüber, auch meine Brüste spannten inzwischen ziemlich arg. Und dann hieß es wieder warten… 6 Stunden lang nach OP-Ende mussten wir im Spital bleiben, sofern es dabei zu keinen Zwischenfällen kommt, durften wir nach Hause. 6 Stunden mit einem Baby, das sich weder schonen noch ausruhen möchte. 6 Stunden mit einem quirrligen Firlefanz, der alles daran setzte, auszubüchsen und die neue Umgebung zu erkunden… Zugegeben, es war ein wenig gefinkelt 😉

Spaß im Bettchen
Ablenken und Spielen im Gitterbettchen

Endlich nach Hause

Während wir also versuchten, die Zeit totzuschlagen und Miniknübsi alle Menschen im Umfeld mit Bussi schicken, Zuzwinkern und Plaudern unterhielt und bezirzte, wurde immer wieder kontrolliert, ob alles passt. Die 6 Stunden vergingen ewig nicht, aber dann durften wir endlich nach Hause und ruhten uns erstmal ein wenig aus. Da Krümelchen auch die nächsten Tage bei seiner Omi bleiben würde und dort ein vollgestopftes Actionprogram verleben durfte, hatten wir also viel Zeit und Ruhe, um uns ganz auf Miniknübsi zu konzentrieren, ehe wir dann endlich wieder alle wohlauf daheim vereint waren 😉

Überstanden?

Ob alles geklappt hat, wird erst im Juni bei einer Kontrolle festgestellt werden. Bis dahin heißt es nun also wieder abwarten und hoffen, dass das ganze Prozedere endlich durch ist 😉 Oh und natürlich, dass mit der Naht alles gut geht, denn schon bald gehts für uns an den Sandstrand und bis dahin muss die OP-Wunde voll verheilt sein 😉 Aber da meld ich mich noch dazu 😉

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