Alltag

Lady Izabell verließ uns am 18.02.2018

März 3, 2018

Ich bin: Katzenmama

2018 hat bereits extrem ungut für mich angefangen… und das ist noch harmlos ausgedrückt. In nur wenigen Wochen hat sich unser Leben so auf den Kopf gestellt, dass ich am Liebsten einfach weggelaufen wäre. Keine Sorge… Wäre… Natürlich bin ich geblieben, bei Mann, Kindern, Heim und Familie. Aber, als ich endlich dachte, es kommt ein wenig Ruhe, schlug das Leben so hart zu, wie ich es einfach nicht mehr aushalten konnte…

Katzenmama mit Leib und Seele

Seit ich 9 Jahre alt bin, haben wir Katzen. Meist nehmen wir kranke oder alte Tiere auf, die dann ihren Lebensabend bei uns verbringen dürfen. Aber nur meist 🙂 2012 haben wir tatsächlich mal ein kleines Babykätzchen aufgenommen. Alt genug, um auszuziehen, jung genug, um uns noch viele Jahre erhalten zu bleiben. Nach den vielen Toden unserer Kranken und Senioren hab ich das ehrlich gesagt gebraucht.

Als Lady Izabell bei uns einzog, brachte sie ganz schön Trubel in unser Heim. Sie war eine wilde kleine Rotzgöre, eine Ronja Räubertochter in Samtpfoten. Ihre Katzenfreunde liebten sie während sie zeitgleich von ihrer frechen Art sichtlich genervt waren 😉 Da wir aber ein kleines Rudel aufgeweckter Mietzen daheim hatten, wurde ihr nie langweilig und sie fand immer jemanden, der sich mit ihr beschäftigte.

In den kommenden Jahren erlebte sie ein Kommen und Gehen unserer anderen Katzen. Kranke und alte Tiere starben und an ihre Plätze durften andere Bedürftige treten. Nur Izzy war die Konstante und blieb als gesunde Katze über all die Jahre bei uns.

Und dann kamen die Kinder

Als Krümelchen auf die Welt kam, wusste Izzy zugegeben nicht wirklich was anzufangen mit diesem kleinen schreienden Bündel, das ständig von ihren Katzeneltern getragen wurde. Aber in nur wenigen Tagen/ Wochen verliebte sie sich in ihn und er sich in sie. Krümelchen war ein Katzenmensch von Geburt an und die Katzen haben ihn von Anfang an akzeptiert und so auch Izzy. Sie lag neben ihm, oftmals Rücken an Rücken. Sie putzte ihn (Wäääh ^^) und spielte mit ihm. Und als dann Miniknübsi kam, schien Izzy schon zu wissen, was nun vor sich geht und hielt die heimische Harmonie aufrecht.

Sie war meine Stütze

2018 war zugegeben bisher ein echt verzichtbares Jahr. Gleich Anfang Jänner ging es mit Bubis Tod los und seither hatten wir keine Zeit zum Verschnaufen. Aber wie man Katzen so nachsagt, hatte auch sie diese feinen Antennen und stützte mich mit ihren Kuscheleinheiten und ihrem Schnurren.

Die Schnurrhaare einer Katze sind so empfindlich, dass sie selbst den kleinsten Spalt in ein gebrochenes Herz finden. – Quelle unbekannt

 

Nie im Leben haben wir damit gerechtet, sie demnächst zu verlieren. Umso größer war der Schock, als sie eines Morgens nicht zum Frühstück wollte…

Es war Samstag, eigentlich wollte ich zum Beziehungscafé gehen, aber eine Katze die nicht frühstücken will ist niemals ein gutes Zeichen. Deswegen ist mein Mann mit ihr in die Notklinik gefahren, während ich bei den Kindern blieb. Krümelchen wiederholte im Laufe des Tages ständig: „Izzy hat Bauchweh. Doktor macht wieder gut!“  Aber leider wurde gar nichts gut. Schon der erste Anruf meines Mannes ließ mir die Tränen runterkullern. Izzys Werte seien katastrophal, sie habe innere Blutungen. Zu dem Zeitpunkt wurde auf eine Vergiftung getippt.

Die nächsten Stunden erspare ich euch, es war einfach nur schrecklich. Wir mussten schnell eine passende Spenderkatze finden und durften auf die katzenreichen Haushalte in unserem Umfeld zurückgreifen. Zunächt kam Puma, der Kater meiner Schwester dran. Ganz geduldig und entspannt ließ er sich das Blut abnehmen, das nach der Untersuchung und Aufbereitung an Izzy gegeben wurde. Sie nahm das Blut gut an und wir schöpften alle Hoffnung. Die Werte besserten sich und da sie sich in der Klinik einfach nicht wohl fühlte durfte sie in der Nacht wieder nach Hause kommen. Keine 12 Stunden später musste sie aber wieder in die Klinik für weitere Untersuchungen. Daheim bekam sie viel Ruhe und Kuscheleinheiten. Sie sah so toll aus. Ich hatte ein gutes Gefühl, als mein Mann sie am nächsten Morgen wieder hinbrachte.

Hoffe nicht, dann kannst du auch nicht enttäuscht werden…

Dort kam dann aber die erschütternde Nachricht: Alles passt, sie reagiert auf die Medikation und das Spenderblut genauso wie man es sich wünschen würde. Aber die Blutung stoppte einfach nicht. Ihr Zustand ließ einfach keine Operation zur Wundschließung zu, daher wurde medikamentös versucht, die Wunde bei der Selbstschließung zu unterstützen, aber es klappte nicht. In ihrer Leber gab es einen Riss, einen winzig kleinen, der sich aber einfach nicht schloss.

Es wurde noch eine weitere Sepnderkatze geholt. Coco, Pumas Katzenfreundin sollte dieses Mal helfen. Noch während ihr Blut auf Kompatibilität geprüft wurde, kollabierte Izzy unerwartet. Sobald der Test eine Eignung ergab, wurde Cocos Blut direkt an Izzy weitergegeben… aber noch während des Prozesses verstarb sie.

Die Zeit der Unwissenheit

Bis zuletzt war weder klar, woher der kleine Riss in der Leber kam, noch wieso er sich nicht verschloss. Besonders die vielen punktuellen Blutungen ließen eben auch auf Rattengift schließen. Für uns war das natürlich der Supergau schlechthin. Immerhin war Izzy eine reine Wohnungskatze und lebte nicht nur mit uns, sondern auch mit anderen Katzen und unseren am Boden krabbelnden Kindern. Deswegen beschlossen wir, sie obduzieren zu lassen. Die Untersuchungen waren sehr aufwendig, langwierig und schlussendlich aber beruhigend. Also so beruhigend Obduktionsergebnisse halt sein können… Diverse Gifte konnten ausgeschlossen werden. Leider wurde aber keine wirkliche Erklärung gefunden. Zahlreiche Vermutungen und Spekuationen lassen uns mit diversen Varianten zurück. Aber Sicherheit werden wir wohl nie haben.

Jede Katze hinterlässt ihre Pfotenabdrücke in meinem Herzen. Aber so unterschiedlich wie die Tiere sind, so unterschiedlich ist auch die Beziehung zu ihnen. Für manche Tiere bin ich der Dosenöffner, die Krankenschwester, die Alterspflegerin, die Katzensklavin. Aber manche meiner Tiere sind auch für mich sehr große Stützen. Izzy war so eine Stütze, sie gab mir Halt, Hilfe und Kraft. Sie konnte mich mit einem Blick zum Heulen bringen, wenn ich die ganze Zeit über meine Mauer nach außen standhaft halten konnte. Sie schaffte es, mich zu entkrampfen, wenn ich den ganzen Tag nur Zähne zusammenbeißend überstand.

Izzy hinterlässt nicht nur ihr Pfotenabdrücke in meinem Herzen. Sie hinterlässt ein massiv großes Loch und vorallen eine große Unsicherheit und Verlorenheit. Ich weiß wirklich nicht, wie es ohne ihr weiter gehen soll…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

commentluv

%d Bloggern gefällt das: