Geburt | Wochenbett

Krankenhausaufenthalt

April 26, 2015

Wegen des Kaiserschnitts war uns ja eine ambulante Geburt verwehrt und wir mussten wenigsten einige Zeit im Krankenhaus bleiben. Und auch wenn ich nur positives über die Belegschaft berichten kann, war es leider trotzdem genau so, wie ich es befürchtet hatte. In den 3 Tagen/ Nächten die ich dort war teilte ich mein Zimmer mit je 1-3 Frauen und deren Babys. Und leider auch deren Familien. Denn obwohl es fixe Besucherzeiten (14-16 bzw. 18-19 Uhr) gab, schien sich mein Umfeld als einziges daran zu halten. Interesanterweise war hingegen mein Liebster der einzige Papa, der je die ganze erlaubte Väterzeit anwesend war (8-20Uhr). Die restlichen Neopapas waren je nur kurz zu Besuch…

Eine wirkliche Nachtruhe gab es nicht, da waren zum einen natürlich unruhige Babys, aber auch schnarchende Mütter. Dazu kamen noch Handyspiele, MP3Player und ähnliche Ablenkungen, die Licht- und Geräuschquellen waren. Im Zimmer selber war es also für mich nicht möglich zur Ruhe zu kommen. Daher verzog ich mich lieber in eines der beiden Stillzimmer oder die Teeküche, wo ich meine Ruhe hatte und Krümelchen sanft in den Schlaf wiegen konnte, wenn ich ihn nicht gerade stillte oder mit ihm kuschelte.
In der ersten Nacht war das noch nicht so dramatisch für mich, da ich ohnedies nicht wirklich schlafen hätte können. Im Liegen hatte ich noch ziemliche Schmerzen und seitwärts liegen war ein Ding der Unmöglichkeit. Es war daher etwas schwer mit Krümelchen in einem Bett zu liegen, ich hätte ihn daher ohnedies im Babybay Beistellbett schlafen lassen müssen. In den darauffolgenden Nächten aber hätte ich schon mit meinem Liebling in einem Bett schlafen können, was es schon ein wenig ärgerlich machte.
In der dritten Nacht war ich daher schon so verzweifelt, einfach auch weil ich so unendlich müde war, dass es mit dem Stillen nicht so gut klappte, wie die Tage zuvor. Ich hatte seit Freitag nicht mehr richtig geschlafen und da mein Milcheinschuss noch auf sich warten ließ hatte ich immer mehr das Gefühl, es würde mit dem Stillen nicht klappen. Zuhause war mein Kater krank, ich vermisste mein Heim, meinen Liebsten, meine Katzen. Ich war einfach unendlich müde. Ein Gespräch mit der Stationsschwester um die Bitte nach einem anderen Schlafplatz, was leider aufgrund von Platzmangel nicht möglich war hat dann sein Übriges getan. Komplett gefrustet sind mir dann die Tränen hinuntergekullert und ich hab all meinen Frust auf das „nicht funktionierende Stillen“ geschoben. Und auch wenn mir die Schwestern liebevoll erklärten, dass das gar nichts heiße und der Milcheinschuss bestimmt bald käme, gingen sie ganz sensibel auf meine hormongeplagte Gefühlswelt ein und schlugen mir eine kleine Hilfestellung vor. Das Medela Brusternährungsset umgeschnallt erlaubte mir, meinen Sohn zu stillen und gleichzeitig zuzufüttern.
Das war auch für meine Brustwarzen recht angenehm, denn da Krümelchen ein zu enges Zungenbändchen hatte, saugte er recht schmerzhaft und angestrengt. Dieses Problem ließen wir dann übrigens nach 3 Tagen Überlegungszeit und vielen Meinungen von Schwestern und eben auch der Kinderärztin dann doch durchkappen. Mit einem schnelle Klacks wars auch schon passé, Krümelchen hat nicht mal gezuckt, ich glaub er hat es nicht mal bemerkt. Geblutet hat es auch gar nicht und das Saugen fällt ihm seither viel leichter. Trotzdem brauchte ich die nächste Zeit noch die in den letzten Tagen heißgeliebten Multi-Mam Kompressen und Lasinoh Lanolincreme. (Inzwischen übrigens nicht mehr 😉 )
Bei diesem Kinderarztbesuch ließen wir übrigens auch gleich die erste Mutter-Kind-Pass-Untersuchung vom Krümelchen machen und zusätzlich wurde nochmal Blut abgenommen, wie schon am Montag, um die Werte nach der Komplikationsgeburt, besonders wegen des verfärbten Fruchtwassers, nochmal zu checken. Nach diesem Besuch aber war für mich dann alles relevante erledigt und mit dem Okay von der Kinderärztin und meiner Gynäkologin ging ich dann endlich nach Hause, wo wir auch hingehörten 😉

Abgesehen davon, dass es sich nun mal um ein Krankenhaus handelte, kann ich aber nur Gutes berichten. Die Schwestern waren wahnsinnig fürsorglich, wenn auch teils ein bisschen zu sehr 😉 Ständig wurde ich gefragt, ob ich denn kein Schmerzmittel brauche 😉 Ich wurde ganz sensibel beim Stillen unterstützt und so manchen Trick und Kniff hab ich auch noch gelernt. Jede hatte immer ein offenes Ohr für mich und ich hatte zu jeder Zeit das Gefühl bestmöglich betreut zu sein. Am zweiten Tag haben wir dann auch noch einen kleinen Vorteil am Spitalsaufenthalt in Anspuch genommen und hatten einen Besuch von einer Babyfotographin, die wirklich unglaublich entzückende Bilder von Krümelchen schoß. (Ein Leinwandbild davon hängt nun in unserem Wohnzimmer 😉 ) Und schließlich muss ich ja auch zugeben, dass ich 12 von 24 Stunden pro Tag meinen Liebsten an meiner Seite hatte, der mit mir gemeinsam das Familienleben verbrachte. Wenn auch nicht im Zimmer, sondern überall anders 😉

Dass es ein Krankenhausaufenthalt wurde hat mir natürlich so gar nicht gepasst, aber zu meinem und Krümelchens Wohl hab ich das Beste gemacht und sobald es ging, sind wir dann eben auch auf Reversé wieder nach Hause gegangen. Und ich muss sagen, wenn ein Spital schon sein muss, dann bin ich auf jeden Fall froh, dass es in diesem war.

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