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Hummelhilfe daheim

Juli 9, 2018

Ich bin: Tierliebhaber

Ein Blick nach draußen, da hängt was im Katzennetz. Irgh! Ein Viech siecht da grad zu Tode. Leute, sorry, aber ich bin ein Stadtmensch, ich bin mitten in Wien aufgewachsen, Grünzeugs und Viecher kenn ich nur von Ausflügen und Urlaub am Bauernhof. Mein Zuhause war immer insektenfrei dank fleißiger Mietzekatzen,. die mir höchstens mal ein Heuschreckenbein liegen ließen. Und jetzt wohn ich am Stadtrand, umgeben von so vielen Bäumen, dass man das hier schon Wald nennt – Wiener Wald! Als wir hier einzogen fand ich gleich mal eine handtellergroße Spinne in der Badewanne sitzen, na logo, die Wohnung stand auch fast 1 Jahr leer… aber ehrlich *würg* *kotz* und dezente Panik kommt jedes Mal auf, wenn ich hier ein Viech finde, tut mir Leid, liebe Insekten, aber so ist das halt.

Achtung trotz Ekel

Aber: Kein Krabbler kann was dafür, dass er so auf die Welt kommt, wie er es nunmal tut, genauso wenig wie ich was dazu beigetragen hab, als Prestigelebewesen in einer Industrienation auf die Welt zu kommen. Also achte ich alle 6- und 8beinigen Tierchen, genauso wie ich es auch bei meinen Mietzen mach. Und deswegen bin ich natürlich hin zu dem dahinsiechenden Krabbeltier, das irgendwie grad elendig zu krepieren schien. Beim zweiten Blick sah ich dann aber, dass es sich um eine kleine vermeindliche Biene handelte (hat sich dann als Hummel herausgestellt). Sie war irgendwie zugekleistert und sah so gar nicht gesund aus und ehrlich gesagt auch nicht mehr lebendig. Das Wetter schlug grad um, gleich wird es regnen. Also hab ich beschlossen, die Arme zu erlösen, anstatt sie eledig krepieren zu lassen.

Die Rettung der Waldhummel

Da sie sich in einem Spinnennetz verfangen hatte (Anmerkung: Die dazugehörige Spinne war vielleicht 1mm groß, also war die Hummel definitiv keine geeignete Beute), war es gar nicht so einfach sie mal da rauszuwurschteln. Oha! Sie bewegt sich, schwach aber doch zappelt sie ein wenig. Also umdisponiert. Ich hab einen kleinen durchsichtigen Kübel geholt, einen Teller mit Zuckerwasser reingestellt und noch 2 Blümchen von unserer Bienenfutterwiese am Balkon. Aber bevor wir sie da reinsetzen konnten, mussten wir sie erstmal von dem Spinnengebilde befreien. Dabei entdeckten wir noch, dass sie über und über mit nassem Sand verkleistert war. Auf Anraten einer befreundeten Biologin versuchten wir sie auch davon zu befreien. Und es dauerte nicht lang, bis sie zunächt langsam und dann immer fitter in ihrem neuen Gehege herumwuselte, während es draußen bereits regnete.

Die ersten Schlucke Zuckerwasser halfen ihr schon auf die Beine
Die ersten Krabbelversuche

Da es draußen absolut kein Wetter für eine geschwächte Hummel war, ließen wir sie über Nacht bei uns, inzwischen hatten wir sie ins Schmetterlingshabitat umgesetzt. Sie krabbelte dort zwar herum und putzte sich auch noch sehr fleißig, aber fliegen konnte sie noch nicht. Am nächsten Morgen dann ging es ihr sichtlich besser. Sie versuchte, das Netz durchzubeißen und endlich flog sie auch durch ihr größeres Gehege. Das war der perfekte Moment, die gestärkte Hummel wieder hinaus in die Natur zu lassen. Ihr wisst schon – Artenschutz und so 😉

Fleißig beim Putzen

Krümelchen wollte übrigens unbedingt wissen, warum die Hummel wieder zurück zu ihrer Familie möchte, wo sie doch bei uns so leckeres Zuckerwasser bekommen hatte 🙂 Aber, dass sie zu Ihresgleichen gehört, hat er dann wohl doch akzeptiert.

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