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Haare für krebskranke Kinder spenden

Juli 13, 2016

Im Gegensatz zu Krümelchens feinem hellen Haar, gehören meine Haare eher in die Kategorie „unkontrollierbar wuchernder Strauch“. Zwar hat mir das einige Zeit die Möglichkeit gegeben, als Hairmodell zu fungieren und jeder Friseur schwärmt ganz verliebt von meinen Haaren, aber ansonsten sind sie für mich doch eher unpraktisch und nervig. Oh und nicht zu vergessen, sie stauen im Sommer die Hitze im Nacken, weshalb ich sie hauptsächlich hochgebunden getragen hab.
Alle paar Monate und Jahre halt ichs dann nicht mehr aus und lass sie ganz kurz schnibbeln. Vor einigen Jahren kam mir dann aber ein Gedanke, als ich mal wieder ein paar Kilo Haare ließ, als die Frisöse meinte Aus dem, was da am Boden liegt, könnte man locker 2-3 Perrücken machen. Hm, ja warum eigentlich nicht?
Ich hab sie gefragt, wie denn das mit Haarspenden aussieht, ich hatte mal davon gelesen, dass in Indien Frauen ihre Haare recht teuer verkaufen können und sich somit was dazuverdienen. Da sie keine Infos dazu hatte, hab ich mich im Netz schlau gemacht und hab mich mit einem Perrückenmacher getroffen. Tatsächlich, mein Haar ist einiges wert und ich könnte damit wirklich meine Urlaubskassa aufbessern. Dafür würden aber noch ca. 5cm fehlen, also ging ich wieder nach Hause und wollte ein wenig warten. Während der nächsten Wochen bin ich dann aber auf ein amerikanisches Projekt gestoßen (www.wigsforkids.org), eine Vereinigung, die aus gespendetem Haar kostenlose Perrücken für krebskranke Kinder herstellen lässt. Dafür werden immer wieder Haarspenden gebraucht.
Das wars! Das wollte ich machen. Warum ein paar Hundert Euro für einen Urlaub mehr einsackeln, wenn ich mit meinen Haaren einem kranken Kind mehr Lebensqualität ermöglichen kann! Ich hab dann das ganze Internet durchforstet und bin auf einen Perrückenmacher in Wien gestoßen, der an so einem Großprojekt teilnimmt und hab ihm stolz meinen Zopf gebracht. Über 30cm dicken, geflochteten Zopf hab ich somit übergeben können, woraus eine ~1000€ Perrücke für Krebspatienten für nur 70€ Selbstbehalt entstand. So war das zumindest damals 2012 in Österreich geregelt.
Seither hab ich meine Haare mehrmals gefärbt, geschnitten, schlecht behandelt usw., weshalb sie im Moment wohl nicht so geeignet sind. Aber ich hab schon beschlossen, nach der zweiten Schwangerschaft möchte ich meine unbehandelten Haare wieder wachsen lassen, um eine weitere Perrücke zu ermöglichen.

Falls ihr also mal Lust und Laune auf eine Typveränderung habt und euch von eurer ohnedies wieder nachwachsenen Mähne trennen wollt, lasst die Haare nicht in den Mist fallen, sondern überlegt euch, ob ihr damit nicht lieber einem krebskranken Kind ein wenig mehr Normalität und somit Lebensqualität schenken wollt 😉 In den letzten 4 Jahren ist das Spenden von Haare immer populärer geworden und in vielen Großstädten gibt es bereits die Möglichkeit, direkt zu spenden. Ansonsten gibt es auch viele Organisationen, die Haarspenden auch per Post annehmen 😉 Und glaubt mir, das Lachen eines solchen Kindes erwärmt das Herz dermaßen, das werdet ihr nie wieder in eurem Leben vergessen! <3
Und im Gegensatz, sind wir doch auch Eltern, ich zumindest wäre unheimlich froh, wenn mein krebskrankes Kind dank eines lieben Menschen zu einer kostenlosen oder zumindest kostengünstigen Perrücke käme 😉

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