Baby 0-12 Monate | Kleinkind <2Jahre

Gute Mutter trotz Depression?

Januar 14, 2017

Ich wurde darauf angesprochen, waum ich so offen meine perinatale Depression anspreche, ob ich denn keine Angst habe, dass man mir meine Kinder wegnehmen könnte. Das hat mich zum Nachdenken gebracht… Angst, meine Kinder zu verlieren hab ich eigentlich immer, wahrscheilich wie jede Mutter. Angst, dass man mir meine Kinder aufgrund meiner perinatalen Depression wegnehmen würde, hab ich aber eigentlich nicht.

Meine Kinder sind gut versorgt, gesund ernährt, gepflegt, bekommen Liebe und haben Spaß in ihrem Leben. Ich unternehme mit ihnen Aktivitäten, damit sie was erleben und biete ihnen den ruhigen Rückzugsort um sich davon wieder zu erholen. Alles was ich mache, mache ich bedacht, ich überlege wahrscheinlich sogar zu viel, als Kontrollfreak kann ich da nicht so wirklich raus. Ich bilde mich weiter, lese viel und lerne immer mehr meinen Kindern und ihrer Selbstwahrnehmung zu vertrauen.

Das einzige, was mir zu schaffen macht bin ich selber. Und damit muss ich umgehen lernen. Das kann ich auch noch nicht alleine, das geb ich gern zu. Aber ich hab mir Hilfe gesucht. Ich bekomme Hilfe bei der Bekämpfung meiner Krankheit durch eine darauf spezialisierte Klinik, ich bekomme Hilfe von meiner Familie im Alltag daheim und ich bekomme Hilfe von ganz lieben Mamifreundinnen, wenn ich unterwegs bin, um Krümelchens regelmäßige Aktivitäten zu verbringen. Ohne all dem würde ich es wohl nicht schaffen, das is mir auch bewusst.
Und jetzt kommt das große ABER: Aber ich bin daran ja auch nicht schuld. Es ist nicht mein Fehler, dass ich an Depressionen leide und vor allem bin ich damit nicht alleine! Schätzungsweise jede 10. Schwangerschaft ist mit Depressionen verbunden und damit mein ich nicht den Wochenblues, den sogar noch viel mehr Frauen erleiden, sondern eine echte Depression. Übigens nicht nur bei Frauen, sogar Männer können in perinatale Depressionen fallen! Würde man all diesen Frauen die Kinder wegnehmen, gäbe es wohl ein ordentliches Problem mit der Gesellschaft.
Also nein, ich geniere mich nicht, ich schäme mich nicht. Ich bin stolz. Ich bin stolz auf meine Familie, dass die mein Leiden erkannt und mich zur Hilfe genötigt haben. Ich bin stolz auf mein Umfeld, dass sie sich es zutraun, mit mir und meinem Problem umzugehen und mir dabei auch noch genau richtig helfen. Und ein wenig bin ich auch stolz auf mich, dass ich mir den Weg ins normale Leben zurückerkämpfe und mich nicht verstecke. Ich finde sogar, das sich trotzdem eine recht gute Mutter bin.
Aber vor allem bin ich dankbar… für meine Söhne und für jeden Menschen, der mir da raus hilft. Aus der perinatalen Depression.

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