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Geburtsbericht von Miniknübsis Geburt

Dezember 13, 2016

Da ich nun endlich mal ein wenig Luft hab, möchte ich den Geburtsbericht schreiben, bevor ich wieder alles vergesse 😉 Immerhin ist es nun schon fast ein Monat her und jeder Tag bietet so viele Neuerungen, dass ich wohl immer mehr vergesse 😉


Am 15.11. bei ET +4 erfuhr ich also im Spital, dass die Ärzte nur sehr ungern bei mir einleiten würden und in Anbetracht meiner Vorgeschichte mir auch zu einem Kaiserschnitt raten würden, falls ich einen will. Zwar würde man mich nicht drängen und sie würden alles mit mir gemeinsam nach meinen Wünschen probieren, aber doch machte man mich auf das Risiko aufmerksam, das bei einer künstlichen Einleitung bestünde. Jegliche Einmischung in den Wehenvorgang würde ein unnötiges Risiko für meine Kaiserschnittnaht bedeuten, das sie unbedingt vermeiden wollen. Daher wurde mir nahegelegt, sämtliche natürliche Mittelchen zu versuchen und so legten wir dann auch gleich am 15.11. mit den Maßnahmen los. Und schon am Nachmittag ging es mit den Wehen los. Sie kamen regelmäßig und waren auch schon ziemlich heftig, wir konnten uns also gut vorstellen, dass es in den nächsten Stunden losgehen könnte.
Dann aber schien es Krümelchen nicht gut zu gehen, er war schlecht aufgelegt, sehr knatschig und er wollte auch nichts essen. Abends beim Einschlafen übergab er sich dann schwallartig und wieder und wieder und wieder. Die ganze Nacht ging das so und ab dem Beginn waren meine Wehen dann auch schon wieder verschwunden. Den ganzen 16.11. haben wir uns daher entsprechend um Krümelchen gekümmert. Nachmittags hatte er nochmal eine schlechte Phase, dann aber schien es ihm wieder gut zu gehen, weswegen wir die weheneinleitenden Maßnahmen wieder angingen 😉 Und wirklich, scheinbar war mein Körper einfach schon bereit für die Geburt, denn es ging dann ziemlich bald wieder los mit den fiesen Wehen. Auch das Bad in der Wanne verschaffte keine Linderung, da wusste ich schon, jetzt gehts wirklich los. Einschlafen konnte ich trotzdem noch, also beschloss ich, mir erstmal Ruhe und Erholung von den letzten anstrengenden Tagen zu gönnen.

17.11.2016
Um 5:30 wachte ich auf, ich dachte zunächt, ich hätte mich angepinkelt, dann natürlich der Gedanke an einen Blasensprung. Aber es war nur so wenig, ein paar Tröpfchen, mehr nicht, dass ich es dann doch wieder gedanklich beiseite schob. Auf der Toilette bemerkte ich dann aber etwas anderes: Schmierblutungen, ich zeichnete also schon. Zeitgleich kamen die Wehen alle 6-7 Minuten und waren alle bereits über 1 Minute lang. Also mal die Hebamme und die Schwiegermutter informiert, dass es wohl losging.
Um 7:30 hab ich dann meinen Liebsten geweckt, der mal alles herrichtete. In der Zwischenzeit wehte ich so vor mich rum und nahm dann auch noch ein Bad. Da es da drin aber immer heftiger wurde und ich immer häufiger das Gefühl hatte, dass ich ausrinne (ja, in der Badewanne ^^) bin ich wieder raus und wir haben erst mal Krümelchen geweckt und gemeinsam gefrühstückt. Inzwischen war die Schwiegermutter auch schon unterwegs und wir warteten nur noch auf sie, um dann gemeinsam zu viert ins Spital zu fahren, das nur wenige Minuten entfernt war. Während des CTGs und der Untersuchungen, waren die drei dann noch unterwegs, gleich nochmal frühstücken und etwas spielen 😉 Kurz vor 11 hatte ich dann das ernüchternde Ergebnis: der Muttermund war erst bei 1cm, der Gebärmutterhals noch nicht verstrichen, das Köpfchen war noch weit entfernt, allerdings ging Fruchtwasser ab, es schien ein Riss oben in der Blase zu sein. Ich wurde also in den Kreissaal gebracht, den ich gleich beziehen durfte. Danach wurde ich zum Spazierengehen geschickt und ich nutzte die Gelegenheit gleich, um Krümelchen zur Oma nach Hause zu bringen. Zu viert fuhren wir also rüber und zu zweit fuhren dann mein Liebster und ich wieder zurück ins Spital.

Dort gab es mal Mittagessen, wir spazierten etwas umher, mein Liebster massierte wieder den Bauch und schlussendlich wurde wieder ein CTG geschrieben. Die Zeit war recht in Ordnung, die Wehen kamen alle 5 Minuten und waren von der Intensität schon recht schmerzhaft, aber noch auszuhalten. Ich verbrachte viel Zeit im Vierfüßlerstand über den Peziball hängend, bis wir um 15 Uhr beschlossen, mal ein wenig frische Luft zu schnappen. Also runter in die Cafeteria und da gings dann auf einmal wirklich los. Die Wehen waren so schmerzhaft, dass ich nichts mehr zu mir nehmen konnte und innerhalb von 15 Minuten konnte ich mich während der Wehen auch nicht mehr auf den Beinen halten. Aber irgendwas war komisch, die Wehen dauerten je 1-2 Minute, aber ich hatte nur die ersten paar Sekunden horrende Schmerzen. In der Zeit wurde mir schwarz vor Augen, ich hatte das Gefühl ohnmächtig zu werden und dann die restliche Wehe wars echt harmlos. Mir schoss meine Periode in den Kopf, dieses Gefühl, das ich jedes Monat verspüre. Es fühlte sich an wie Regelschmerzen und ich wurde echt nervös… Ich kanns nicht erklären, die Angst vor den Periodenschmerzen lähmte mich irgendwie mehr als die Angst vor den Wehen…
Gegen 16 Uhr wurde der Muttermund kontrolliert, es hatte sich kaum was getan. Er war nun auf 3cm, aber ansonsten gab es keinerlei Anzeichen auf eine baldige Geburt, weder vom Baby noch von meinem Körper aus. Meine Hebamme schickte meinen Liebsten dann hinaus und sprach mich auf den seltsamen Verlauf der Wehen an. Die extremen Schmerzspitzen und die danach fast schmerzlosen Wehen ließen sie aufhorchen und wir sprachen ein wenig persönlicher über bisherige Erfahrungen. Dann erklärte sie mir ganz klar, so wird das nichts. Ich verkrampfe so extrem bei den Schmerzspitzen und das Baby sei auch immer noch sehr hoch, sodass sie was probieren will. Also ging es ab in die Dusche, wo ich bei jeder Wehe das Becken ordentlich kreisen lassen sollte. Das war aber zugegeben alles andere als leicht, denn grad wenn die Wehen starteten, klappten meine Beine einfach unter mir zusammen. Wir probierten dann noch ein paar andere Turnübungen, um mich zu entspannen, bzw. lockern und das Baby ins Becken zu holen, da tat sich aber nichts, weil ich mich nicht auf den Beinen halten konnte. Kurz vor 19 Uhr kam dann die Frage, vor der ich mich schon so gefürchtet hatte: Wollen wir mit einer PDA versuchen, das Becken zu entspannen und dir die Schmerzspitzen damit nehmen? Ich fragte nach, wie es denn prinzipiell aussah. Der Muttermund war auf 5cm, ansonsten wieder keinerlei Geburtsanzeichen, es ging einfach nichts voran. Es ging nichts voran… das brannte sich in meinen Kopf hinein. Genauso hat es bei Krümelchen auch gestartet. Damals hatte ich auch mehrere Geburtstops und es ging einfach nichts voran. Im Nachhinein hab ich erfahren, dass das der Moment war, in dem mein Liebster wieder mit einem Kaiserschnitt gerechnet hatte und die Hoffnung auf meine Wunschgeburt für ihn verloren schien. Ich sags ehrlich, mir ging es genauso…
also gab ich auf, ich stimmte der PDA zu, die dann auch gleich gesetzt wurde und mir flossen ein paar Tränchen hinunter… nagut, wenn es denn so sein sollte, dann wird mein zweites Kind halt auch per Kaiserschnitt geholt…
Schichtwechsel, ich bekam eine Hebammenschülerin und eine zweite Hebamme, beide super sympatisch und ich hab mich sehr aufgehoben gefühlt. Hauptsächlich wurden wir von der Schülerin betreut, die aber wirklich großartig war, die Chemie stimmte sofort. Die nächsten 3 Stunden tröpfelten so vor sich hin. Ich ruhte mich noch etwas aus, wir spielten wieder onlinegames, plauderten, aßen unsere Snacks. Die Schmerzen wurden während der Wehen immer schlimmer, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich ein Nachspritzen der PDA bräuchte. Um 22 Uhr dann die Überraschung: Die Entspannung hatte es voll gebracht! Der Muttermund war vollständig offen, der Gebärmutterhals komplett verstrichen und butterweich und im inneren Becken war bereits die Fruchtblase. Das war der Hammer! Und dann gings irgendwie auch ziemlich schnell. Alle paar Minuten heftige Wehen, die durchgängig stark schmerzvoll waren; keine Schmerzspitzen mehr, keine abgeschwächten Restwehen. Um 22:30 hatte ich dann plötzlich das Gefühl, dass mir übel wird. Das sei ein gutes Zeichen hieß es da noch ^^ Lach, 3 Minuten später hatte ich alles vollgekotzt, keine Ahnung, ob die das da immer noch als gutes Zeichen sahen ^^ Mein Liebster war voll, 7 von diesen Kotzschalen quillten über, das Bett, die Hebamme, der Boden, die Kästen, der halbe Kreissaal war voll ^^ Im Eiltempo wuselten die beiden Hebammen und mein Liebster durch das Zimmer und putzten alles superschnell wieder sauber 😉 Mir war das aber inzwischen wurscht, ich merkte, jetzt gehts in die Endphase. Um ca. 23 Uhr verspürte ich dann endlich den Drang, zu pressen. Mit einem riesen Platsch platzte erstmal die Fruchtblase. Dann war ein wenig Ruhe, ehe ich die nächste wirkungsvolle Presswehe spürte. Und als ich so drückte dachte ich mir noch während der eine Presswehe „Boa das ist fies, das will ich kein zweites Mal!“ Also drückte ich mir aller Kraft und schwubbs war unser kleiner Schatz in nur einer einzigen Presswehe auf der Welt 😉
Ein Junge, ein wundervoller kleiner Junge. Wobei als man ihn mir so auf die Brust legte dachte ich mir noch, er wirkt gar nicht so klein?
Er dockte auch gleich an und trank in Ruhe… Die Nachgeburt kam eine Viertelstunde später und als die Nabelschnur auspulsiert war, wurde sie getrennt…
Die nächsten 1,5 Stunden nuckelte und schlief der kleine Mann auf mir und wir erholten uns erstmal ein wenig. Dann kam die Hebamme für die Erstuntersuchung, alles paletti. Der „Kleine“ war tatsächlich etwas größer und schwerer als sein Bruder. Mit 4020g und 52cm kam er auf die Welt. Wesentlich überraschender fand ich aber die 37cm Kopfumfang, die ich mit einer Presswehe rausbefördert hatte 😉 Gott sei Dank wusste ich nicht, wie groß der Kopf ist, ich glaub dann hätt ich freiwillig einen Kaiserschnitt machen lassen 😉 Btw. Ich hatte einen leichten Dammriss, nichts schlimmes, aber es musste dann doch genäht werden. Hat kaum wehgetan, ich war noch so im Oxytozinrausch, dass ich kaum was mitbekam 😉
Nach insgesamt 3 Stunden brachte man mich dann in mein Zimmer und mein Liebster ging dann etwa später zu Krümelchens Oma, wo er die Nacht verbrachte, um am nächsten Morgen gemeinsam mit dem großen Bruder aufwachen zu können.
Ich hatte derweil immer noch den klitzekleinen Mann an der Brust. Sicherheitshalber wurde er mit seinem Füßchen an einen Herzmonitor angeschlossen, der die nächsten 4 Stunden alles aufzeichnete, ich konnte ohnedies nicht schlafen, also blieben wir so liegen, er auf mir stillend… insgesamt über 8 Stunden lang 😉

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