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Follow me around: Unser Tagesablauf

August 30, 2015

Ich wurde jetzt schon einige Male auf meinen Tagesablau angesprochen, aber so richtig kann ich das nie beantworten. Das kann ich deswegen nicht, weil wir keinen geregelten Tagesablauf haben ­čśë
Kr├╝melchen bestimmt mehr oder weniger das Tagesgeschehen und wir f├╝hlen uns damit auch sehr wohl.
Es gibt bei uns keine fixen Aufstehzeiten und auch keine Zubettgehzeiten. Wenn Kr├╝melchen m├╝de ist, bringen wir ihn ins Bett, irgendwann abends gehen wir baden, wenn er Essen/ Trinken will, bekommt er was und wenn er lustig drauf ist, wird gespielt. Unser Tag gliedert sich mehr oder weniger in Einheiten, in denen geschlafen wird oder er eben wach ist. Wobei diese Einheiten 30 Minuten oder aber auch mehrere Stunden dauern k├Ânnen. Daher hab ich mich mal einen Tag lang hingesetzt und notiert, was bei uns so passiert ­čśë

Es ist Freitag 6:48. Kr├╝melchen robbt zu mir r├╝ber und beginnt mit den H├Ąnden mich zu kitzeln. Das ist seine Art im Schlaf die Brust zu suchen, also dreh ich mich in seine Richtung; er dockt an. Hm… entweder hab ich mal wieder die bisherigen Mahlzeiten verpennt, oder er hat heut nacht gute 7 Stunden nicht getrunken? Meine Br├╝ste sind so voll, dass sie schmerzen, es scheint, der kleine Mann hat wirklich nichts getrunken. Daher pumpe ich, nachdem er im Halbschlaf getrunken hat und nun wieder weiterm├╝tzelt erstmal ab und stell die 240ml in den K├╝hlschrank. Dann wieder ab ins Bett zum kleinen Mann dazukuscheln.

7:20 Kr├╝melchen zieht die Beine hoch, verkrampft den Blick. Das kennen wir schon, das macht er in letzter Zeit eigentlich jeden morgen. Er muss mal, macht aber nicht in die Windel und schon gar nicht im Schlaf… Also weckt der Papa ihn ganz vorsichtig auf und dann kommt das, wof├╝r ich mein letztes Hemd geben w├╝rde: Das erste Lachen am Morgen, wenn Kr├╝melchen uns nach einem langen Schlaf sieht. Es gibt nichts wundervolleres… Schnell aus dem Body raus und abgehalten. Phu, das muss ordentlich gedr├╝ckt haben…

Nach dem S├Ąubern will der kleine Hase unterhalten werden. Die erste Wacheinheit ist voll mit Lachen, Sprachspielen, Reimen, Fingerspielen und Singen. Nat├╝rlich wird dazwischen auch viel Bl├Âdsinn gebrabbelt ­čśë Lang h├Ąlt ers nicht durch, kurz vor 8 Uhr meckert er, dockt an und schl├Ąft auch schon wieder.
Ich ├╝berleg noch, ob ich mich nochmal zu ihm schupfe auf ein kleines Schl├Ąfchen. Da ich aber putzmunter bin, mach ich mich erstmal fertig f├╝r den Tag. Kr├╝melchen hat Angst vor dem Ger├Ąusch der Zahnb├╝rste, daher mach ich das immer ohne ihm. Ich packe die Tasche f├╝r sp├Ąter, Spuckwindeln, Waschlappen herrichten, Reservegewand einpacken. Dann mach ich erstmal Hausarbeit. Nachdem das Wichtigste erledigt ist, mach ich mir erstmal einen Kaffee und nehm meine Nahrungserg├Ąnzungsmittel, die ich wegen der Stoffwechselerkrankung und dem Raynaud-syndrom brauche. Ich setz mich auf die Couch und bespa├če ein wenig die Katzen w├Ąhrend ich weiter in Lini Lindmeyers „Windelfrei? So geht┬┤s“ lese. Es geht kaum noch um windelfrei an sich, vielmehr um die nat├╝rliche S├Ąuglingspflege an sich. Zwischendurch geselle ich ich immer wieder mal zu Kr├╝melchen, der im Schlaf ein paar Schlucke trinkt und einfach dabei weiter schl├Ąft.

Kurz vor 10 Uhr l├Ąutet es an der T├╝r, der Postboote bringt uns ein P├Ąckchen voll toller neuer Sachen ­čśë Kr├╝melchen ist davon aufgewacht und jetzt beginnt die zweite Wacheinheit. Was er in dieser Einheit erlernt hat, kann er interessanterweise danach f├╝r immer, was bei anderen Einheiten nicht so ist. Es scheint, er ist zu dieser Zeit einfach am Aufnahmef├Ąhigsten, aber auch besonders interessiert. Nach dem Abhalten lass ich ihn nackelig, es ist eh sch├Ân warm in der Wohnung. So schupfen wir uns auf die Krabbeldecke, die er zur Taufe bekommen hat. Er liegt am Bauch, zieht die Knie unter den Bauch, dr├╝ckt sich nach vorne weg. Die H├Ąnde bewegen sich aber kein St├╝ck, daher ist es kein Krabbeln, sondern mehr ein daherrobben <3 Wir kichern, kudern, staunen, begreifen, alles wird angetatscht und in den Mund genommen. Dazwischen gibts ne kurze Yogasession und er lutscht an seinen Zehen. Oh Mann, es ist lange her, dass ich das ohne Bandscheibenvorfall konnte ^^

Gegen 11:30 wird er qu├Ąngelig. Das ist auch ganz typisch f├╝r die 2. Einheit. Da erlebt er einfach so viel, ist so aufnahmef├Ąhig, dass ihm das Einschlafen danach sehr schwer f├Ąllt. Ich nehme ich hoch. Ui, das mag er gar nicht. Brust – nein. Kuscheln – Nein. Liegen – B├Â├Â├Âses Nein!
Also pack ich meinen neuen Sling aus und schon geh ich ein paar Schritte mit ihm durch die Wohnung. Das genie├č ich sehr am Sling, es dauert nur wenige Sekunden und wir sind schon abmarschbereit. Ich hol mir einen zweiten Kaffee und r├Ąum mit ihm den Geschirrsp├╝ler aus, der inzwischen fertig geworden ist und h├Ąng die zweite Maschine W├Ąsche auf.┬á Da wir so oft schwimmen gehen, hab ich recht viel W├Ąsche im Moment ­čśë
Irgendwann ist er eingeschlafen, ich habs gar nicht bemerkt. Vorsichtig lege ich ihn auf der Couch ab.

Es ist jetzt kurz vor 12Uhr. Ein wenig kann er noch schlafen, dann m├╝ssen wir los.
Eine unserer Mietzen ist k├Ârperlich behindert und ihr ist ein Malheur passiert. Also schnell aufgewaschen und die Katze gebadet. Sie kennt das schon. Baden mag sie nicht sonderlich, aber sie liebt das Trockenrubbeln danach. Das kosten wir beide aus und knuddeln noch lange.

12:30 Die letzten Sachen in die Tasche packen und die Milch, die ich morgens in den K├╝hlschrank gestellt hab im Fl├Ąschchenw├Ąrmer aufw├Ąrmen. Ich mach mich fertig.┬á Um Dreiviertel weck ich den kleinen Hasen. Im Halbschlaf halte ich ihn ab, es kommt nur Pipi. Ich bind ihn mir schnell um, diesmal aber in die WickelXTrage, damit f├╝hl ich mich auf langen und turbolenten Wegen noch sicherer. Der kleine Hase schl├Ąft gleich nach dem Binden wieder ein und ich geh zum Zug – wir haben noch einen Termin in der Stadt.

W├Ąhrend des Termins ist Kr├╝melchen sehr ruhig, er ist zwar wach, aber schaut nur ein wenig umher oder kuschelt sein Gesicht in mein Dekollet├ę. Es geht schneller als erwartet und so schau ich noch schnell in eine Drogerie, wo ich ein wenig beim Babygeschirr – und besteck gustiere.
Kr├╝melchen meldet, dass er Hunger hat – das liebe ich so am Pumpstillen, ich kann ihm die Flasche im Tragetuch anbieten und w├Ąhrenddessen einfach zur U-Bahn gehen.
Danach besuchen wir meine Mama. Kr├╝melchen liebt seine Omas – beide. Als er sie sieht lacht er und streckt die Arme aus. Das macht er seit ein paar Tagen, er deutet klar an, wohin er will, sowohl wenn er eine Person sieht, als auch wenn er hochgenommen werden will.

Es ist aber ziemlich warm, daher schl├Ąft er ein wenig auf ihrer Couch, trinkt die Flasche leer, dann spielt er mit uns und l├Ąsst sich eine Geschichte vorlesen. Mein Liebster ruft an, er macht sich schon am Heimweg. Da sich die Wege kreuzen schlie├čen wir uns ihm an und fahren gemeinsam nach Hause.

Es ist jetzt ca. 17 Uhr und endlich zu Hause angekommen ist Spielezeit von Kr├╝melchen und Papa. Da ich seit ca. 12 Uhr nicht gestillt hab, spannen die Br├╝ste, ich nutze also die Zeit der beiden Jungs und schupf mich an die Maschine, w├Ąhrend ich am Handy die Mails und Nachrichten ├╝berfliege, die reingekommen sind. Dabei kann ich die beiden beim Bl├Âdsinn machen beobachten. Da Kr├╝melchen w├Ąhrend dieser exzessiven Spieleinheit immer wieder nicht oder zu sp├Ąt signalisiert, hat er jetzt ├╝brigens eine Windel an – sicher ist sicher.

Gegen 18 Uhr wird Kr├╝melchen raunzig. W├Ąhrend ich mit dem Kochen anfange, schaut der Papa, ob der kleine Mann ein Nickerchen machen will – will er nicht ­čśë Da er aber schon sooo m├╝de ist, schnappt sich der Papa die neue Trage und schnallt sich den kleinen Mann auf den R├╝cken. Noch w├Ąhrend wir kochen, ist der kleine Hase da hinten schon eingeschlafen. Nur einmal schicke ich die beiden raus, als beim Machen der Pimentos de Padron die Pfanne zu sehr raucht.

W├Ąhrend des anschlie├čenden Essens schl├Ąft Kr├╝melchen immer noch in der Trage. Daher beschlie├čen wir, noch eine Abendrunde spazieren zu gehen. Normalerweise dauert unsere Waldrunde ca. 1 Stunde, heute haben wir l├Ąnger gebraucht. Kr├╝melchen ist in der Zwischenzeit aufgewacht, hat im Gehen die ganze mitgenommene Milch ausgetrunken und will noch mehr. Daher schnall ich ihn mir um den Bauch, schiebe die Stilllaschen der Kokadi runter und stille ihn im Gehen in der Trage. Ein sehr befremdliches Gef├╝hl zun├Ąchst, aber es klappt prima ­čśë

Wir kommen gegen 20:30 zu Hause an, zwar schl├Ąft der kleine Mann nicht, aber er wirkt m├╝de, daher beschlie├čen wir ein abschlie├čendes Bad zu nehmen. W├Ąhrend der Papa den kleinen Mann noch kurz unterh├Ąlt und abh├Ąlt, richte ich im Bad alles her. Diesmal haben wir neben seiner Gie├čkanne noch einen Stoffdelfin mit dabei, mal schaun, wies ihm gef├Ąllt. Noch schnell 40ml Muttermilch abgepumpt und ins Badewasser getan. Der kleine Hase plitscht und platscht vor Freude, aber man merkt, dass er schon recht m├╝de ist ­čśë Den Delfin kann man anscheinend super anknabbern, er mag ihn auf jeden Fall ­čśë

Gegen 21:30 Uhr sind wir im Bett, wo der Papa 3 Geschichten vorliest, nur ganz kurze ­čśë W├Ąhrenddessen stille ich den kleinen Hasen in den Schlaf. Um 22 Uhr schl├Ąft er so tief und fest, dass wir uns aus dem Bett kr├╝meln und uns auf die Couch schupfen. Gemeinsam schauen wir uns noch einen Film an, der Papa schl├Ąft dabei ein. Ich r├Ąum noch ein wenig auf, was so ├╝ber den Tag liegen geblieben ist und wecke ihn dann auf, damit wir ins Bett gehen ­čśë

Das war ein ziemlich typischer Tag, aber eigentlich schaut bei uns jeder Tag etwas anders aus. Man kann glaub ich merken, dass der Tag von Kr├╝melchen bestimmt ist und es gibt auch viele Tage, an denen der Papa und ich kaum Zeit haben, um „nur“ ein Paar zu sein. An anderen Tagen widerum schl├Ąft Kr├╝melchen so viel, dass es wiederum ganz anders ist ­čśë Aber alles in allem war das ein ziemlich representativer Tag ­čśë

 

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