Geburt | my2cents

Endometrioseschmerz vs. Wehen

Mai 11, 2015

Langsam aber sicher tauchen immer mehr Gedanken auf, die nicht direkt mit Krümelchen zu tun haben. Bisher hat sich einfach alles um den kleinen Hasen gedreht und abgesehn von meinem Versuch möglichst zeitnahe einen Geburtsbericht zu erstellen und meine Erinnerungen zum Krankenhausaufenthalt zusammen zu tragen hab ich eigenlich nicht wirklich an das gedacht, was mir da im Rahmen der Geburt so passiert ist. Doch manchmal, wenn Krümelchen und der Papa gerade zusammen kuscheln schleichen sich heimlich still und leise die ersten Ich-bezogenen Gedanken in meinen Kopf. Und so spukt mir seit einigen Tagen eines in meiner Gedankenwelt herum: Die Wehen waren nicht schmerzhafter als meine Menstruationsbeschwerden…

Aber wie kann das sein? Ist meine Erinnerung noch getrübt von den vielen Emotionen, die sich in diesem Zeitraum aufgesammelt haben? Oder hab ich in dem ganzen Erinnerungschaos einfach vergessen, wie es sich angefühlt hat?
Diese Gedanken hab ich zuerst für mich behalten und später dann mal vorsichtig meinem Liebsten gegenüber geäußert und der hat mich ermutigt mal wieder das gute Internet anzuwerfen und nach anderen Erfahrungsberichten zu suchen. Und da fand ich tatsächlich einige Betroffene, die diese Gedanken mit mir teilen.
Bei mir war, bis zum Kinderwunsch das einzige Symptom der Endometriose starke Regelschmerzen. Da Schmerzen aber relativ sind und sich kaum messen oder mit anderen Frauen vergleichen lassen hab ich mir nichts dabei gedacht. Zwar war mir schon bewusst, dass meine Menstruationsschmerzen wohl etwas stärker sein müssen, als bei manch anderer Frau, aber wie stark sie sind, war mir natürlich nicht klar. Tatsache ist, dass ich bereits mit 11 Jahren Schmerzmittel während meiner Tage bekam, die man nach schweren Operationen verabreicht. Ich schwebte halb im Dellirium vor Schmerzen, war zu nichts zu gebrauchen, schrie wie am Spieß, ging wortwörtlich die Wände hoch und das jedes Monat für zumindest den ersten Tag der Periode.
Wie oft hab ich mir ahören können, ich würde übertreiben oder mein Gegenüber habe ja auch starke Regelschmerzen. Erst im Februar 2014 wurde klar, dass meine Schmerzen alles andere als normal sind und mit der Endometriose zusammenhängen.
Am Wochenende der Geburt als die Wehen anfingen, sagte mir die Hebamme schon, es würde sich anfühlen, als würde die Periode starten. Und genauso war es auch, als würde die Regel starten. Das wurde dann immer schlimmer, zog sich am Becken entlang Richtung Rücken und schon gings los. Doch bei all diesen Schmerzen schien mir schon in den Wehen selber und danach als Rückblick umso mehr: Die Wehenschmerzen kannte ich irgendwie schon. Natürlich war es schmerzhaft, natürlich schrie ich, natürlich wollte ich, dass es aufhört, aber es war kein neuer, unbkannter Schmerz, sondern tatsächlich wie meine Regelschmerzen…
Ich muss dazu anmerken, dass ich ja den eigentlichen Vorgang der Geburt, wenn das Kind durch den Geburtskanal auf die Welt kommt ja leider nicht hatte und auch der Symphysenschmerz, der ja ein eigener war hat mir den Verstand geraubt. Aber die eigentlichen Wehen, die eigentlichen Wehenschmerzen, die kannte ich bereits… sie waren bestimmt nicht schwächer oder schlimmer als bei anderen, sie waren nur halt einfach schon gewohnt, weil ich diese Schmerzen jahrelang jedes Monat verspürte…
Was ich nun genau mit dieser Erkenntnis machen soll, weiß ich noch nicht, aber es scheint mich schon zu bedrücken, dass ich seit Jahren bereits Schmerzen habe, die mit den Geburtswehen auf dem selben Schmerzlevel sind und mir kaum jemand geglaubt hat und eigentlich niemand helfen konnte… denn sonst würde ich nicht so oft daran denken, dass meine Wehenschmerzen nicht schlimmer waren als meine monatlichen Menstruationsbeschwerden…

  1. Danke für deinen Bericht! Ich habe auch seit über 10 Jahren extreme Schmerzen wegen der Endo, wehenartig und mit normalen Medis nicht in den Griff zu bekommen. Bis zur Entbindung ist es nicht mehr weit und bin gespannt ob sich die Schmerzen gleichen werden.

  2. Vielen Dank für den Artikel. Bin 32 Jahre alt und habe seid meinem 15 Lebensjahr furchtbare Schmerzen bei der Menstruation und mir wurde schon oft gesagt das wäre NORMAL und eine Frauenärztin meinte einmal zu mir ( da war ich 17) ich soll mich nicht so anstellen. Heute habe ich 4 gesunde Kinder bekommen und ich muss sagen die Geburten waren für mich auch keine Schmerzen da ich diese Schmerzen kannte. Werde beim nächsten Termin mal meinen Frauenarzt darauf ansprechen mal sehen was er sagt.

    Wünsche Ihnen alles Gute weiterhin 😊

  3. Wow, vielen Dank für deinen Bericht! Ich bin 30 und mit meinem ersten Baby schwanger. Seit ich 12 bin kenne ich diese unbeschreiblichen Schmerzen… und ich kenne es auch wenn die Leute drum rum sagen es sei normal. Meine Mama hatte gesagt stell dich nicht so an… bis ich vor Schmerzen in Ohnmacht gekippt bin.
    Damals meinten die Ärzte schon es seinen Schmerzen wie bei einer Geburt. Geglaubt hatte ich das nicht bis zu deinem Beitrag.
    Die Lösung eines anderen Arztes: ich soll ein Kind bekommen danach wäre es so gut wie behoben. Mit 12 na klar!
    Ich hatte zusammen mit meiner Ärztin die Lösung gefunden die Pille durchzunehmen. Das hat auch gut funktioniert, ob es gesund ist für den Körper ist eine andere Geschichte.
    Bis ich diese Lösung hatte, war die heisse Badewanne mein bester Freund! 12-16 Stunden mit heißem Strahl auf den Bauch waren meine einzige Rettung. Denn die Schmerztabletten hatten bei mir auch nicht geholfen. Ab und an ein Besuch im Krankenhaus. Das verrückteste was in dem Zusammenhang passiert ist als ich vor Schmerze mitten beim Straße überquer zusammen gebrochen bin. Jaja bin froh das es rum ist.
    Liebe Grüße

  4. Vielen Danke für fen Bericht und die Kommentare. Ich hatte bis zu meiner Bauchspiegelung und Entfernung der Endometriose Herde auch von meiner ersten Regelblutung an diese furchtbar starken Schmerzen. Nach ca 4 Jahren habe ich dann IBUprofen für mich entdeckt. Mit frühzeitiger und übermäßiger Einnahme kam ich dann durch die ersten 3-4 Tage. 20 Jahre später kam endlich die Disgnose und Befreiung. Jetzt stehe ich kurz vor der Geburt meines ersten Kindes und genau dieser Gedanke spuckte mir schon seit einiger Zeit durch den Kopf, da ich mir einfach kaum vorstellen kann, wie man noch srärkere Schmerzen ggf ohne Betäubung aushalten können soll. Eure Berichte bekräftigen mich in meiner Vermutung, sie beruhigen mich und geben mir Kraft für das anstehende Ereignis. Vielen Dank <3

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