Alltag

Endomentriose – Das Chamäleon

August 2, 2015

Seit einigen Monaten schon bin ich einer Endometriose-community, in der versucht wird, Beistand zu leisten, mit eigenen Erfahrungen und Tipps zu helfen und manchmal einfach nur mit einem offenen Ohr für andere Mitleidende da zu sein.
Und was mir einfach immer mehr auffällt, ist die Vielfältigkeit des Krankheitsbildes. Das reicht von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, über Probleme beim Stuhl bis hin zum eben auch unerfüllten Kinderwunsch. Da wird mit Hormone, Alternativmedizin, (Teil-) Entfernungen der Geschlechtsteile und sonstigem versucht, das Leid, das alle trotz unterschiedlichster Beschwerden gemeinsam haben, zu lindern.
Und es ist wirklich erstaunlich, wie vielfältig die Probleme sind. Die meisten aber dort klagen über Schmerzen. In den verschiedensten Lebensbereichen, besonders aber während der Menstruation, sind die Betroffenen teilweise nicht mehr in der Lage, die Wohnung, geschweige denn das Bett zu verlassen. Ähnlich erging es auch mir, meine Symptome für Endo waren eigentlich nur die Mensturationsbeschwerden. Doch wer hat bei einem Mädel schon den Verdacht auf eine Krankheit, die „nur“ Regelschmerzen hat. Und das ist genau das heimtückische an der Krankheit: Es gibt kein klares Erscheinungsbild, das auf Endometriose deutet – wer hat schon den Verdacht bei Atemschwierigkeiten, dass die über die Jahre unentdeckten Verwachsungen im Bauchraum der Endomentriose sich auf die Lunge ausgeweitet haben könnten? Denn auch das ist das heimtückische: Nicht jede Betroffene leidet an diesen Schmerzen! Je nachdem wo sich die Endo ansiedelt, gibt es auch Frauen, die komplett symptomlos sind und z.B. erst bei unerfülltem Kinderwunsch drauf stoßen. Denn nicht wie schlimm die Verwachsungen sind, sondern wo diese sich eingenistet haben, löst Schmerzen aus, oder eben andere Symptome, bis hin zu Verdauungsproblemen.
Das heißt jetzt natürlich nicht, dass Endo auf jedes Problem zurückzuführen ist. Aber es ist halt einfach leider so, dass die wenigsten Ärzte bei unspezifischen Problemen auf Endometriose kommen. Das führt eben auch dazu, dass die durchschnittliche Dauer bis zum Entdecken zwischen 3-11 Jahren liegt! Ich war laut Ärzten wahrscheinlich 18 Jahre lang betroffen, ohne es zu wissen. Und wer weiß wie viele Frauen da draußen immer noch nicht wissen, was sie haben.

Wer sich ein wenig für Endometriose interessiert, dem möchte ich die Seite der Endometriosevereinigung Austria (EVA) ans Herz legen. Da ist kurz und bündig erklärt, worum es sich eigentlich handelt:
www.eva-info.at

Dieses Leiden betrifft übrigens nicht nur die Betroffenen selber, sondern auch das Umfeld
– Die Kinoeinladung von Freunden, die spontan wegen Schmerzen ausfallen muss
– Der Chef, der einmal im Monat 1-mehrere Tage auf eine Fachkraft verzichten muss
– Der Partner, der auf Sex verzichtet, weil die Partnerin dabei Schmerzen hat
– Die Mutter, die verzweifelt, wenn sie ihre Tochter leiden sieht und sich überlegen muss, ob sie ihrem kleinen Mädchen in dem Alter schon Hormone geben soll.
– Die Familie, die sehnsüchtig auf ein Kind warten muss
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usw.

Habt ihr also Beschwerden, deren Ursache nicht gefunden werden kann, sprecht euren Arzt einfach mal drauf an. Leider kennen sich nur wenige Ärzte mit dieser Erkrankung aus, aber nie die Hoffnung aufgeben! Meist kann das Leid gelindert werden. (Achtung, Endometriose ist zwar zum Teil behandelbar aber leider nicht heilbar!)

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