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Der (doch nicht) Tag der OP

Januar 5, 2018
Operation

Ich bin: Patientenmama

Als Miniknübsi auf die Welt kam, wurde uns bereits gesagt, dass es aufgrund seiner Hydrozele eventuell zu einer Operation kommen kann. Doch gaben uns die Ärzte damals noch die Hoffnung, denn oftmals verschließt sich die Verbindung im ersten Lebensjahr. Das Jahr ging vorbei, die Hydrozele leider nicht. Also wurde eine Operation festgelegt, die OP-Methode, die Anästhesie und das ganze Prozeder drum herum mit uns besprochen und der Tag festgelegt.

Was ist eine Hydrozele und muss sie operiert werden?

Hydrozele, oder auch Wasserbruch genannt, beschreibt den Umstand, dass die Öffnung von Bauchraum zum Hodensack sich nicht wieder verschlossen hat. Bereits im Mutterleib besteht ein Durchgang, durch den sich, gegen Ende der Schwangerschaft der Hoden in den Hodensack absenkt. Wenn das nicht der Fall ist, spricht man übrigens von einem Hodenhochstand. Nach dem Absenken, das auch erst im ersten Lebensjahr geschehen kann, verschließt sich die Öffnung zwischen Hodensack und Bauchraum in der Regel. Joa, in der Regel, leider aber nicht immer. Je nachdem wie groß die Öffnung bleibt, kann es zu gesundheitlichen Risiken kommen, da sich der Hodensack stetig mit Flüssigkeit füllt. Im schlimmsten Fall kann sogar ein Stück des Darms hinabrutschen. Dieser indirekte Leistenbruch wäre ein sofortiger Grund für eine Operation. In unserem Fall haben wir über 1 Jahr lang gewartet, in der Hoffnung, dass sich die Hydrozele noch schließt. Hat sie aber leider nicht…

4.1.2018 mein persönliches Horrordatum

Zu Miniknübsis Geburtstag wollte ich die OP nicht machen lassen. Da kurz danach Weihnachten war, wollte ich das auch nicht. Also schoben wir es einfach mal aufs nächste Jahr. Pf 2018, das ist ja noch so weit entfernt, davor passiert noch so viel. Und dann kam sein Geburtstag und dann Weihnachten, aber spätestens zu Silvester wurde ich nervös… Mein Baby soll aufgeschnitten werden! Bei lebendigen Leib wollen sie ihn aufschneiden und an ihm herumschnibelln. Er wird genäht, betäubt, bekommt Infusionen, Kanülen… In meinem Kopf kamen die Bilder von März hoch, als wir wegen Verdacht auf Meningitis 3 Tage mit Influenza A im Spital bleiben mussten… Sowas sollte keine Mutter miterleben müssen… diese Bilder bekommt man einfach nicht mehr aus dem Kopf…

Ohne Schlaf startet es sich schon mal schlecht

Am Vorabend holte die Oma Krümelchen ab, damit er einen schönen Tag mit ihr und seiner Tante Minni verbringen konnte. Zwar haben wir ihn informiert, aber ehrlich gesagt hätte ich ihn nicht dabei haben wollen. Also schlief er nach über einem Jahr mal wieder alleine auswärts. Das letzte Mal davor war die Nacht von Miniknübsis Geburt… Wir gingen dann recht bald ins Bett. Bis 1 Uhr nachts durfte ich stillen, danach gab es nur noch Wasser für Miniknübi. Für mich bedeutete das: Um 1 Uhr das Bett wechseln! Blöderweise merke ich nämlich nicht, wenn nachts bei mir angedockt wird. Schlafen konnte ich aber ohnedies nicht. Nach ca. 2 Stunden Schlaf also aufstehen, fertig machen und um 6:30 im Spital sein – eine unchristliche Zeit für Eltern, die nervös sind… Meine Laune schwankte von Aufregung über Angst bis hin zu Müdigkeit.

Wir sind da!

6:45 Anmeldung auf der Station. Da bemerkte die Schwester Anzeichen eines aufkommenden Schnupfen bei Miniknübsi. Das solle sich die Ärztin noch ansehen. In der Zwischenzeit sind wir auf sein Zimmer gegangen. Dort bekam er erstmal ein Armbändchen und dieses super schicke OP-Hemdchen mit der freien Heckseite – ihr wisst schon, das bei dem man den Popo immer rausblitzen seht 😉 Miniknübsi hatte seinen Spaß, tobte mit dem Papa am Gittebettchen rum, becirzte alle Schwestern und Pfleger, die er sah und fand besonders die Metallgitterstäbe lustig. Kuz nach 7 kam unsere Ärztin, eine großartige Frau, die uns bereits durch das ganze Prozedere davor begleitet hatte. Zu ihr hatten wir Vertrauen, bei ihr fühlten wir uns wohl und gut informiert. Nach einer kurzen Untersuchung meinte aber auch sie, dass unsere Narkoseart eigentlich keinen Schnupfen verträgt… Das letzte Wort hätte dann die Chefanästhesistin, aber es kann sein, dass wir heute doch nicht operieren.

Operation Tag OP Hemdchen

7:15 ging es also ab zur OP hinunter. Wir wurden von einem netten Pfleger begleitet, der uns auch mit seiner Schlüsselkarte in den Aufwachraum und dann noch weiter in den OP-Vorraum brachte. Selbstverständlich erst, nachdem ich mich in volle OP-Montur geschmissen hab. Nachdem sich die schwere Türe automatisch wieder verschlossen hatte, kam die Chef-anästhesistin zu uns, untersuchte Miniknübsi und stellte dann ebenfalls fest: Wahrscheinlich is es nichts, ziemlich sicher würde es kein Problem geben,… aber… aber wäre es ihr Kind würde sie das Risiko nicht unnötig eingehen. Die Operation kann warten, ich dürfe mich entscheiden, aber sie rät mir eher vom heutigen Termin ab. Ich glaub, es kam wie aus der Pistole geschossen aus mir raus: Verschieben! Und dann… tja dann war auf einmal eine riesige Last von meinen Schultern und ich wurde hundsmüde. Ich glaube, hätte es dort ein Bett gegeben, wär ich auf der Stelle eingeschlafen…

Wir operieren nicht – und nun?

Die Entscheidung war gefallen, aber irgendwie tat sich dann nichts. Ich stillte den hungrigen kleinen Hasen, der ja immerhin nun schon über 6 Stunden ohne Stillmahlzeit auskommen hatte müssen, aber ansonsten tat sich nichts. Am anderen Ende des Raumes wurden diverse OPs besprochen. Diese vielen Chirurgen und Anästhesisten zusammenstehen und bereden zu sehen, hatte irgendwie was von Scrubs oder Dr. House 😉 Ich wartete und wartete, aber nichts geschah. Also fragte ich mal nach und wurde gleich ganz lieb aufgeklärt: Ohne Pfleger könne ich hier nicht raus und sie wissen nicht, wann der nächste kommt 🙂 Nagut, also warten. Miniknübsi flirtete mit den Ärzten und Schwestern. Ständig kam jemand zu uns und spielte für ein paar Minuten mit ihm 😉 Sie bastelten ihm Figuren aus Handschuhen, holten ihm OP-Material, mit dem er spielen konnte (wir hatten ja außer einem kleinen Buch nichts mit, weil wir dachten, er kommt gleich zur OP dran) Sie spielten mit ihm Verstecken und Guckuck. Er lachte, hatte seinen Spaß und fand den OP-Termin offensichtlich alles andere als doof 😉 So viele Menschen, die sich um ihn kümmern, das gefiel ihm natürlich 😉

Erst um 8 Uhr wurden wir wieder abgeholt, draußen wartete mein Liebster, der dachte, es wird schon fleißig operiert. Nach einem Telefonat mit der Oma beschlossen wir aber, Krümelchen, der übrigens immer noch schlief, den Tag mit seiner Tante Minni und Oma zu gönnen und verbrachten dann erstmal einen schönen Tag zu dritt… mit vielen Litern Kaffee, um den Schlafmangel wieder Herr zu werden 😉

Die Operation ist leider nicht vom Tisch. Miniknübsi muss operiert werden. Aber da es nichts Dringendes ist, haben wir es nun auf später verschoben, in der Hoffnung, dass er dann keinen Schnupfen haben wird. Wies mir dann ergeht, lass ich euch natürlich wissen 😉

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