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Brüste verändern sich – weniger Milch?

September 5, 2015

Als Krümelchen ungefähr 3 Monate alt war, merkte ich das erste Mal, das sich meine Brüste verändern. Die Morgen, an denen ich mit prallen und schmerzenden Brüsten aufwachten, waren größtenteils passé und Krümelchen schien nur zu Dauernuckeln. Auch beim Pumpen merkte ich, dass ich nun auf einmal deutlich weniger abpumpen und einlagern konnte. Natürlich hatte ich sofort große Angst, meine Milch könne versiegen.
Es ist leider häufig der Fall, dass mit Beginn des 4. Lebensmonats auch das Stillen weniger und die Zugabe von PreNahrung mehr wird. Und ich kann jetzt ehrlich gesagt auch gut nachvollziehen, dass diese Gedanken in den Kopf schießen. Auch ich hatte das Gefühl, mein Kind könne eventuell nicht satt genug werden. Oftmals schien er nach einigen Minuten richtig frustriert zu sein und auf Nachprobieren musste ich tatsächlich feststellen, dass kaum noch Milch floss. Also bot ich ihm die zweite Brust an, doch die konnte ihn auch nicht lange sättigen.
In dieser Zeit switchte ich die Seiten oft regelmäßig in der Hoffnung, Krümelchens Bedürfnis nachkommen zu können. Doch es kam immer wieder vor, dass er seiner Frustration ihren Lauf ließ. Und so begann er immer wieder die Brust anzubrüllen, oder sich ganz fest darin zu verbeißen. Am schlimmsten war dann wohl das Anreißen danach – ich dachte wirklich, er reißt mir jetzt die Brüste ab. Besonders frustrierend in dieser Zeit war auch, dass ich mir schon bald einbildete, er würde die Flasche lieber mögen, als die Brust. Naja logisch, aus der kommt ja auch immer was, während meine Brüste da eher langsam nachzogen.
Jetzt so im Nachhinein kann ich gut verstehen, warum so manche Mama dann denkt, sie gäbe zu wenig Milch und müsse nun abstillen. Viele Frauen beginnen in dieser Zeit auch das alleinige Pumpstillen und füttern je nach Notwendigkeit noch Pre hinzu. In ganz schlimmen Zeiten hab ich auch immer wieder überlegt, meinen eingefrorenen Vorrat zu Hilfe zu nehmen. Und gerade zu der Zeit als Krümelchen tageweise nicht nur kaum oder gar nicht zunahm, sondern auch gelegentlich mal abnahm, war es natürlich ganz schlimm für mich.
Mit Pumpmarathons, Massagen und Bockshornkleesamen hab ich diese Zeit aber ganz gut überstanden und denke nun im Nachhinein, dass ich wahrscheinlich nicht weniger Milch produziert habe, sondern Krümelchen wahrscheinlich einfach nur mehr gebraucht hat, als davor.

Und so war ich nun auch wesentlich entspannter, als sich das selbe Szenario mit 4 Monaten wieder ankündigte. Die Brüste wurden immer weicher, Krümelchen hing stundenlang dran und zeigte mir sehr schmerzhaft seinen Frust. Als er mir dann tatsächlich die linke Brust verletzte, entschloss ich für mein Seelenwohl einen Tag Stillpause. Pumpen ging noch so halbwegs und so bekam der kleine Mann an diesem Tag beinhart nur die abgepumpte Milch aus der Flasche. Bis zum abend hatte sich die Brust ein wenig erholt, sodass Einschlafstillen möglich war und am nächsten Tag ging es dann dank meiner heißgeliebten Multimam Kompressen auch wieder.

Ich bin ja schon gespannt, ob bzw. wie oft sich solche Brustschimpfphasen noch zeigen werden.
Auf jeden Fall bin ich heute sehr stolz auf mich, dass ich mich durchgekämpft und auf meinen Körper vertraut habe. 

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