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Artgerecht – meine Linie ;)

August 1, 2015

Lustigerweise kenne ich den Begriff „artgerecht“ schon aus der Tierhaltung. Und eigentlich ist das auch gar nicht soo weit hergeholt, denn im Grunde sind wir nur „die Tierrasse, die die Welt beherrscht“. Doch auch wir haben noch Instinkte, auch wir werden von der Natur gemacht, auch wir sind evolutionär das, was die Zeit aus uns gemacht hat, nicht anders als alle anderen Tiere dieser Welt.
Und so hätt ich meiner Meinung nach eigentlich schon längst auf das Konzept „artgerecht“ stoßen sollen, denn immerhin hab ich auch immer versucht, meine Haustiere so artgerecht, wie möglich zu halten, warum dann eigentlich nicht uns selber auch? 😉


Lange Rede – kurzer Sinn, all unsere Überlegungen zu Krümelchens Aufwachsen sind stark an den Naturvölkern angelehnt, die den Kontakt zu Mutter Natur noch nicht so stark verloren haben wie wir. Tragen (im Tragetuch), Langzeitstillen (sofern möglich, ansonsten Prenahrung), Familienbett, BLW, windelfrei usw. das sind alles Überlegungen, bei denen wir versucht haben, uns fernab von den Industriestaaten und der neuen Welt zu orientieren, sondern uns auf das zurückbesinnen wollten, was in unseren Genen steckt. Jetzt nicht unbedingt so weit zurück, als der Mann die Frau noch mit dem Knüppel niederschlug, um sie dann an den Haaren in die Höhle zu zerren. *lach*
Aber einfach „zurück zum Ursprung“, wie es eine Ladenkette schon formuliert hat. Denn was machen all die Menschen, die keinen Zugang zur modernisierten westlichen Welt haben. Oder wie war es noch vor 100 Jahren, als sich kaum eine Familie ein eigenes Schlafzimmer, geschweige denn ein Kinderzimmer leisten konnte; als es weder Wegwerfwindeln, noch Babygläschen, geschweige denn Mikrowellen oder Waagen zur Feinvermessung des Babygewichts gab?
Die Welt hat sich in unglaublich kurzer Zeit so schlagartig gewandelt und trotzdem haben wir, also zumindest meine Generation unser früheres Leben schon komplett vergessen, nein wir haben eigentlich nie davon erfahren.
Das Leben als Mensch hat sich zweifelsohne sehr zu unserem Vorteil verbessert und ich bin eine der letzten, die diese Vorzüge nicht zu schätzen weiß und genießt 😉 Aber wenn ich ehrlich bin, gibt es meiner Meinung nach eben auch Aspekte dieses neuen Lebens, die im Grunde unnötig, wenn nicht sogar schädlich sind. Und da wir als Eltern nicht nur die Verantwortung für unseren Sohn tragen, sondern auch für die Welt, in der er groß werden wird, wollen wir ein wenig weitsichtiger sein und uns ein wenig auf das Wesentliche besinnen.
Ja, auch ich sitze gerade bei einer elektischen Lampe vor meinem mit Strom betrieben PC, nachdem ich mir in meiner Kaffeemaschine ein Genussmittel gemacht habe und ich freu mich bei der Affenhitze über ein kühles Getränk aus dem Kühlschrank. Nein, keine Sorge, ich packe jetzt nicht mein Kind und meinen Mann, um mit ihnen in einer Höhle zu leben, dieses Leben wäre auch nichts für mich. Aber wir suchen einen Mittelweg, wir suchen diesen Weg, um dem wertvollsten Schatz unseres Daseins das Leben so angenehm und leicht wie möglich zu machen, um uns drein ein möglichst angenehmes und leichtes Leben zu machen. Ein Leben, das dank des stressfreien Handelns viel Platz für Spaß, Liebe und Abenteuer bietet und zeitgleich ein Kind hervorbringt, das das Schöne im Leben schätzen und lieben lernen durfte. Unser Sohn soll Nähe kennenlernen, er soll wissen, wie es sich anfühlt respektiert und ernst genommen zu werden. Der kleine Hase soll durch unsere Geborgenheit seine Neugierde auf die Welt ohne Angst und Scheu ausleben können. Ich will, dass mein Sohn weiß, wie wichtig er ist, wie einzigartig und wertvoll sein Dasein ist und dass das grundsätzlich mal für jeden Menschen gilt. Und natürlich will ich auch gesundheitlich nur das Beste für ihn – welche Mutter möchte das nicht.
Es war auf jeden Fall schön für mich zu sehen, dass ich nicht die Einzige bin, die noch in der westlichen Industriewelt lebt und trotzdem viele Elemente aus den Naturvölkern praktiziert. Manche betreiben es mehr, manche etwas weniger, aber im Grunde orientiert sich das am Projekt Artgerecht, bei dessen Ansichten ich mich schon sehr heimisch fühle. Zwar gibt es auch bei uns bei Zeiten Wegwerfwindeln und ich werde auch nicht die geschenkten Gläschen verschmähen, aber im Grunde zeichnet uns das ja auch aus: Wir schlagen eine Brücke vom Ursprünglichen zum Geläufigen, um Krümelchen beide Welten vorzustellen und um ihm einen bestmöglichen Start in diese turbolente Welt zu gewährleisten, so dass er sich dann die Elemente rauspicken kann, die für ihn ein schönes Leben bedeuten werden.

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