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Als Bubi in den Himmel ging…

Januar 19, 2018
Bubi

Ich bin: Katzenmama

Vor über 5 Jahren bekam ich von meinem Liebsten ein Foto geschickt: Während ich weg war, ist ein Katerchen bei uns eingezogen. Der Kleine war blind und ein Ataxist, wie schon unsere Princess. Lord Azrael wurde er genannt, auch wenn wir ihn eigentlich immer Bubi nannten. Er war so sonnig, wie man sich das nur vorstellen konnte, kein Wässerchen konnte seine gute Laune trüben. Selten lernt man eine Seele kennen, die einfach nie schlecht gelaunt ist. Aber genau so war es: Er war immer fröhlich, verspielt, verschmust, lustig und brachte mit seiner sonnigen Art alle zum Lächeln.

Woher die Behinderung?

Bubis Mutter hat sich während der Trächtigkeit mit dem Parvovirus angesteckt. Die meisten Katzenwelpen versterben in solchen Fällen. Die, die es, wie unser Bubi und auch Princess schaffen, haben aber in der Regel Kleinhirnataxie. Diese kann sich leichter oder aber auch gravierender auswirken. Dank eines Tierschutzvereins, der sich nur auf Ataxiekatzen spezialisiert hat, bekamen wir viele Tipps und Unterstützung, um ein nahezu normales Leben mit den Ataxisten zu haben.

Das Leben mit behinderten Katzen und Kindern

Kinder haben Antennen, die wir Erwachsene leider oftmals schon abgelegt haben. Sowohl Miniknübsi als auch Krümelchen sind von Anfang an anders mit den behinderten Katzen umgegangen, als mit denen ohne körperliche Einschränkung. Diesbezüglich haben wir uns eigentlich nie Sorgen gemacht. Umgekehrt war das schon eher zu bedenken: Beide Ataxisten hatten dank ihrer mangelnden Körperkontrolle ein extrem wildes Spiel. Da wurde gekratzt, gebissen, getreten, so richtig wild gerauft halt. Und genau hier mussten wir Eltern die Grenze ziehen. Unsere Söhne durften niemals alleine und schon gar nicht mit der freien Hand mit den beiden Ataxisten spielen. Stattdessen nutzten wir Angelspielzeuge, die eine ausreichend weite Entfernung zu den Krallen ermöglichsten 😉 Gespielt wurde aber trotzdem ausgelassen und sehr viel, wenn auch unter elterlicher Aufsicht 😉

Wenn das Leben endet…

Krümelchen musste bereits vor Bubi zwei Abschiede nehmen. Bei Princess Tod, war er 9 Monate alt, beim Verlust von Maid Marian 13 Monate. Beide Male war er dabei und so würde ich es auch jederzeit wieder machen. Aber dieser Tod kam so unerwartet, dass wir nicht dabei waren… Morgens wollte unser Herzenskaterchen nicht fressen, also fuhr mein Liebster mit ihm in die Klinik. Zunächst konnte nichts entdeckt werden, also bekam er eine Infusion und wir rechneten damit, dass er danach wieder nach Hause kommen kann. Aber nur 30 Minuten später kam der Anruf, den ich nie erwartet hatte: Die Parvoinfektion hat sein Rückenmark komplett zerstört, weiße und rote Blutkörperchen waren kaum noch vorhanden und es gab auch keine Vorzellen, aus denen sich neue entwickeln hätten können. Dass er noch so fröhlich herumstackelte war ein Wunder. So konnte man ihn nicht mehr nach Hause gehen lassen… da die etwaige Therapie keine realistischen Aussichtschancen aufzeigte, entschlossen wir uns, ihn noch vor Ort gehen zu lassen…

Was bleibt, wenn wer geht…

Krümelchen hat sofort gecheckt, dass Bubi nicht mehr da ist. Wir erklärten ihm unsere Vorstellung des Himmels: Die Regenbogenbrücke und die große Wiese, wo alle Haustiere wieder beisammen sind und den ganzen Tag futtern, spielen und schlafen. Und ich bestellte sofort das Buch „Als Michel in den Himmel ging“ das sich super mit unserer Vorstellung des Haustierhimmels deckt. Er schaut sich viele Fotos von Bubi an und redet oft von ihm. Geweint hat er nicht, aber er sieht, dass ich weine, wenn ich von Bubi spreche.

Ich vermisse meinen kleinen Herzenskater so sehr. Es zerreisst mir das Herz, ihn nicht mehr bei uns zu haben. Das leere Katzenkörberl, die fehlende Katzenfutterschüssel, kein guten-morgen-küsschen in der Früh, kein Kuscheln auf der Couch, er reisst einfach ein so großes Loch in unsere Mitte. Krümelchen verarbeitet den Verlust auf seine Weise. Das Buch gefällt ihm gut, aber obwohl wir es mit Querverweise auf unser Leben vorlesen, bin ich mir nicht sicher, ob er es mit Bubis Tod verbinden kann…Hoffentlich müssen wir diesen Thema lange nicht mehr behandeln… aktuell ist es schwer genug mit dem Fehlen unserer kleinen Sonne umzugehen…

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