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Alltag einer arbeitenden Stillmami

März 3, 2016

Nach einigen Wochen hab ich mich schon ganz gut mit der neuen Situation angefreundet, in der Arbeit selbst genieße ich die Zeit sehr und sowohl meine Arbeit an sich, als auch meine Kollegen zaubern mit jeden Tag mehrmals ein Lächeln ins Gesicht. Es rennt im Grunde alles reibungslos und ich freu mich sowohl, wenn ich morgens in die Arbeit fahre, als auch abends, wenn ich nach einem erfüllenden und tollen Tag nach Hause zu meinen beiden Liebsten gehen kann.
Einzig die Sache mit dem Stillen/ Pumpen macht mir die Arbeit ein wenig madig.
Zum einen entwickle ich glaub ich grad eine Aversion gegen die Pumpe. Mich nervt einfach alles an ihr. Die Kabeln, das (eh ur leise) vibrierende Geräusch. Mich nervts, wenns nicht schnell genug voran geht. Mich nervts, wenn ich mal weniger abpumpen kann. Es stresst mich, wenn sich trotz Massage die ersten 10 Minuten erst mal nix tut und ich aufgrund der zeitbegrenzten Stillpause dann mitten im Fluss abbrechen muss. Umgekehrt nervts mich aber auch, wenn es so gut fließt, dass ich aufhören muss, weil beide Fläschchen bis zum Rand voll sind. Kurz um, ich mag nimma pumpen. Klar, die Vorteile überweigen eindeutig den Nachteilen und ich mach das ja aus einem bestimmten Grund. Und mein Kind ist selbstverständlich die Mühe wert. Aber ich bin schon froh, wenn er die zwei Mal pro Woche direkt in die Arbeit kommt und ich ihn stillen kann.

Der andere Kritikpunkt sind kleine Seitenhiebe oder Bemerkungen von Kollegen. Wahrscheinlich ist es gar nicht böse gemeint und vermutlich reagier ich da ein wenig hypersensibel, weil ich einfach sowas befürchtet habe. Aber es kommen halt immer wieder so Kommentare, wie „So lang brauchst du zum Pumpen?“ „Bekommt er immer noch Muttermilch?“ „Hast du denn eigentlich nach 10 Monaten überhaupt noch Milch?“ „Ah, du hast ja jetzt Pause“ „Mah, ich würd auch gern jeden Tag bezahlte Pause haben“
Dazu muss ich sagen, dass ich meine Pausen ganz anders nutze. Ich genieße sie, quatsche mit Kollegen, erledige Dinge oder lese etwas Entspannendes. Meine Stillpausen aber sind alles andere als entspannende Situationen. Ich find es schon mal seltsam, das ganze als Pause zu titulieren. Denn eine entspannte Pause ist das definitiv nicht. Erstmal husche ich ins Erdgeschoß, wo ich den dort eingekühlten Kühlakku hole. Dann ab in den 4. Stock, wo ich, zwar in einem absperrbaren Zimmer, aber direkt neben einer ordentlichen Lärmquelle sitzend mich möglichst entspannen soll. Vor meinem Zimmer sind locker 30-60 Personen schallweise unterwegs, etwas schwerig, sich da zu entspannen, wenn man gerade nackt an eine Maschine gehängt sitzt. Nach einiger Zeit, muss ich auch schon wieder aufhören, die Pumpsachen waschen, abtrocknen, alles einpacken und aufräumen. Wieder ab ins Erdgeschoß, um die Kühltasche einzukühlen und wieder zurück in den 4. Stock zu meiner Arbeit.
Eine Pause ist das also definitiv nicht 😉

Aber wie gesagt, im Grunde passt das mit der Arbeit ganz gut. Ich fühl mich gebraucht, geschätzt und hab Freude an der Arbeit. Und auch zu Hause merke ich einfach, dass es den beiden Männern gut tut, so viel Zeit gemeinsam zu verbringen. Selbstredend gehört mir der kleine Minimann immer ganz alleine, sobald ich daheim bin 😉 Papa macht dann meist Hausarbeit oder entspannt sich ein wenig vom aufregenden Tag mit dem Sohnemann 😉

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