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Abeiten und Mamasein

Januar 24, 2016

Seit Mitte Dezember gehöre ich wieder zum arbeitenden Volk und auch wenn ich dank aufgehobener Urlaubstage erst im Jahr 2016 tatsächlich in die Arbeit gegangen bin, hab ich jetzt doch schon einige Tage als arbeitende Mami hinter mir. So ganz haben wir uns definitiv noch nicht eingespielt, vieles wird noch 5 Mal bedacht und 3 Mal wieder über den Haufen geworfen. Zudem sind wir eindeutig noch viel zu beladen unterwegs, sowohl ich in der Arbeit, als auch der Papa unterwegs. Es hat ein wenig von der Zeit damals, als Krümelchen bei uns ankam und wir die ersten Unternehmungen mit ihm machten. Doch so langsam wird es, so langsam finde ich den Spagat zwischen Arbeitnehmerin und Mutter 😉

Wie schon ein paar Mal erwähnt, habe ich das Privileg in einem Job zu arbeiten, der mir nicht nur Spaß macht, sondern mich auch erfüllt. Ich bin einfach glücklich in meiner Lage. Natürlich ab und zu früher nach Hause kommen, wär schon schön und auch das Gehalt könnte höher sein, aber ich wusste schon als Teenager dass ich mit meinem Jobwunsch niemals reich werden würde 😉

Und so war es natürlich auch Thema, als ich schwanger wurde, bzw. eigentlich schon davor. Ich wollte zwar, dass Krümelchen erst mit 2-3 Jahren in Fremdbetreuung kommt, so lange wollte ich aber ehrlich gesagt nicht zu Hause bleiben.

Dazu kam, dass der Papa auch gerne in Karenz sein wollte, immerhin visieren wir unsere Elternschaft auf gleichberechtigt an und dazu gehört natürlich auch das gleiche Recht auf ein Daheimbleiben beim Baby. Auf die ersten monate bestand ich, obwohl ich dem Papa das auch zugetraut hätte. Aber da der kleine Hase nach Bedarf gestillt werden sollte, war es einfach das Unkomplizierteste.

Der dritte, aber auch wichtigste Punkt für uns, dass ich relativ bald nach seiner Geburt wieder arbeiten werde war aber die Vorteile für unseren Sohn. Ein Kind, das von 2 Hauptbezugspersonen intensiv betreut wird, hat praktisch das doppelte Pensum an Zusprache, Rückzugs- bzw. Kuschelmöglichkeit usw. Bei Verletzungen können Papa und Mama gleich gut helfen. Bei Fragen, Problemen, bei allen Dingen des Lebens wird er es immer gewohnt sein, das Mama und Papa gleichwertig für ihn da sein werden. Und das bedeutet eben auch ein paar Monate mit der Mama daheim zu sein und ein paar Monate mit dem Papa.

Im Grunde also profitieren wir alle drei von diesem Arrangement und so bin ich also wieder arbeiten gegangen. Die erste Zeit war eine große Umstellung, das Leben in meinem Beruf ist ein sehr wuseliges, schnelllebiges, fast schon hektisches. Aber auf der anderes Seite ist es auch der perfekte Alltag um nicht an das daheimgebliebene Baby zu denken, man hat näcmlich gar keine Gelegenheit dazu 😉 Und so verging die Zeit bis zur Stillpause, in der meine beiden Männer bisher fast jedes Mal zu mir kommen, jeden Tag wie im Flug. Die Stillpausen nutzten wir unterschiedlich – teils wollte er unbedingt stillen, manchmal hatte ich sogar Gelegenheit, ihn in den Mittagsschlaf zu stillen. An anderen Tagen aber wollte er nur mit mir kuscheln und beschäftigen, während ich abpumpte, was dem Pumpen natürlich sehr zuträglich war. Lediglich an 2 Tagen war er bisher nicht bei mir und ich muss leider sagen, dass an beiden Tagen die Milchmenge erheblich weniger war, als wenn er bei mir war. So ganz hab ich das also auch noch nicht raus. Ich bekam jetzt den Tipp, mir Videos oder Fotos von meinem kleinen Schatz anzusehen und eventuell mit einem MP3Player allfällige Geräusche vor meinem Stillraum zu verdecken. Das werde ich sicherlich mal ausprobieren.

Ansonsten aber klappt bisher alles tadellos. Ich fühle mich sehr wohl bei der Arbeit, für meine Muttermilch hab ich einen kleinen Bereich in einem Privatkühlschrank und dank der Stillpausen in einem absperrbaren Raum für mich, kann ich auch die Ruhe finden, abzupumpen oder eben zu stillen.

Auf lange Sicht ist mein Ziel, die beiden Jungs nicht mehr so dringend zu brauchen, damit sie in ihren Unternehmungen nicht von meinen Stillpausen abhängig sind, aber im Moment brauch ich noch ein wenig Unterstützung 😉 Praktisch dabei ist, dass sie 1-3mal wöchentlich Kurse in der Nähe meines Arbeitsplatzes besuchen 😉
Und so sieht der aktuelle Tagesablauf auf. Wenn mein Wecker klingelt, schlafen die beiden Hasen noch. Im Schlaf lege ich Krümelchen an und mach mich dann fertig. Meist hab ich noch Gelegenheit, ca. 100-150ml abzupumpen, die ich den beiden ins Bett stelle, wenn ich gehe. (Alternativ wärme ich was vom Vorabend auf) 
Nach dem Morgenflascherl zum Aufstehen bekommt der kleine Hase Frühstück, manchmal auch noch Jause. Ab und zu geht sich sogar ein kleines Muttagessen aus, je nachdem, was die beiden so unternehmen. Für unterwegs richte ich immer schon am Vortag ca. 150ml her, die sie sich nach Bedarf aufwärmen können. Am späten Mittag/ frühen Nachmittag sind sie bei mir zur Stillpause und nehmen gegebenfalls gleich die frisch abgepumpte Milch für den Nachmittag mit. Ansonsten gibts Jause und Snacks. Wenn ich abends nach Hause komme, wird groß gekocht, teils koch ich was zum Aufwärmen für den nächsten Tag gleich vor. Am späten abend dann nochmal abpumpen für den nächsten Tag und nachts wird natürlich gestillt, so oft Krümelchen will.

Was mir jetzt schon aufgefallen ist: An den Tagen, an denen ich daheim bin (Wochenende/ Urlaubstage) stillt Krümelchen eigentlich kaum noch. Grad zum Einschlafen beim Mittagsschlaf kommt er noch angedockt, ansonsten nur in der Früh zum Aufstehen und abends zum Einschlafen.
Wenn ich aber arbeiten bin, trinkt er verhältnismäßig wieder viel mehr Milch, als früher. Auch nachts hängt er dann eigentlich nahezu rund um die Uhr an mir. 
Ich bin mir nicht sicher, ob er damit mein Fehlen kompensiert… An seinem Gemüt kann man aber keine Veränderung feststellen. Er schläft nach wie vor lange bis in den späten Vormittag hinein, ist aufgeweckt, hat seinen Spaß, weint kein einziges Mal nach mir (auch wenn sich das ein klitzekleiner Teil von mir irgendwie erhofft/ erwartet hätte…), freut sich zwar mich wiederzusehen, aber nicht mehr, als würde ich grad aus der Badewanne kommen 😉 und hat auch sonst einen relativ unspektalkulär normalen Tag 😉
Alles in allem kann ich sagen, dass wir den Wechsel sehr gut meistern konnten und Krümelchen bisher sehr davon profitieren konnte. Und abgesehen davon, dass der Papa in seiner Karenzzeit richtig aufblüht, bin ich auch sehr froh, wenn auch nur für ein paar Monate lang, wieder in meinem Job arbeiten zu können 😉

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